Neue Ausstellung: Museum Barbarini zeigt DDR-Kunst

Selbsterforschung: „Selbstporträt mit Arbeiter" heißt das Bild von Norbert Wagenbrett, das 1983 entstand

Die Schau kommt zu einem Zeitpunkt, der besser nicht sein könnte. In Dresdens Museen tobt seit einigen Wochen ein Bilderstreit. Eine ziemlich hitzige Debatte ist darüber entstanden, dass die Kunstwerke des untergegangenen Landes aus den Museen "entsorgt" wurden, ausgelagert ins Dunkel der Depots. Weil sie uninteressant sind, keine Publikumsrenner, weil am Ende westdeutsche Ignoranz das beflügelt hat. Wo sind Werner Tübke, Willi Sitte, Wolfgang Mattheuer und Arno Rink geblieben? Wie geht man nur um mit diesen Bildern. Ob es überhaupt möglich sei "unverkrampft" über jene Werke zu sprechen, die in der DDR entstanden sind, fragte Anne Hähnig kürzlich in der "Zeit".

Bild Nr. 1:
Blick aus dem Atelier: Wolfgang Mattheuers „Das graue Fenster, 1969. Steht da die Stasivor dem Fenster? VG BILD-KUNST, Bonn 2016 / BM

Der kunsthistorische Ansatz soll beleuchtet werden

Ja, man kann – das zeigt die Ausstellung "Hinter der Maske. Künstler in der DDR" im Museum Barberini in Potsdam, bereits die dritte Schau seit Eröffnung im Januar. Präsentationen zur DDR-Kunst gab es einige, doch diese in Potsdam geht einen anderen Weg: weg mit dem ideologischen Überbau, Freiheit für die Werke, die in ihrem kunsthistorischen Ansatz beleuchtet werden. "Der Umbruch, der ist da", glaubt Ortrud Westheider, Chefin des Barberini, das Kunstmäzen Hasso Plattner finanziert. "Die neue Generation geht viel unbefangener an die Werke." Diese Befangenheit hängt damit zusammen, dass DDR-Kunst stets mit der Frage nach der Kulturpolitik, also dem Verhältnis des Künstlers zum Staat zusammenhängt. Der Auftrag: sozialistischer Realismus. Dafür gab es Geld und manchmal auch ...

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