Ausstellung: Nichts ist, wie es scheint

Die Theresienwiese vor Heilbronn. Hier wurde am 25. April 2007 die Polizistin Michèle Kiesewetter getötet.

Sieben Jahre lang, von 2000 bis 2007, ermordete der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) in Städten in ganz Deutschland zehn Menschen, neun Männer türkischer und griechischer Abstammung, die in Deutschland lebten und arbeiteten, sowie eine Polizistin. Das erste Opfer war der 38 Jahre alte Blumenhändler Enver Şimşek, der am 9. September 2000 in Nürnberg mit acht Schüssen aus zwei Pistolen niedergeschossen wurde. Als Letzte starb am 25. April 2007 die Polizistin Michèle Kiesewetter an einem gezielten Kopfschuss in Heilbronn. Mehr als 20 Menschen wurden bei zwei Sprengstoffattentaten in Köln zum Teil schwer verletzt. Eher durch Zufall als durch die Ermittlung der Behörden wurde am 4. November 2011 die rechtsextreme Terrorgruppe aufgedeckt. Erst da erfuhr die Öffentlichkeit von der Existenz des NSU und seiner beispiellosen rassistisch motivierten Mordserie.

Der seit 2013 gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben sowie weitere mutmaßlich Beteiligte geführte Prozess am Oberlandesgericht München wird demnächst sein Ende finden. Damit solle aber nicht auch gleich ein Schlussstrich unter die gesellschaftliche Auseinandersetzung gezogen werden, ist das deutliche Plädoyer Gereon Sievernichs, Direktor des Martin-Gropius-Baus, zur Eröffnung einer neuen Ausstellung in seinem Haus. Dort zeigt die Fotografin Regina Schmeken ihre beeindruckenden Schwarz-Weiß-Bilder von den Tatorten der NSU-Morde. Jahre nach den Verbrechen, als die Spuren längst nicht mehr sichtbar waren, hat sie sich m...

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