Ausstellung: Meister der Überhöhung - Hans Hansen in der C/O Berlin

Objektive als Kunstobjekt

Im Entree der Ausstellung im ersten Stock fällt unser Blick sofort auf den knallroten VW-Golf, Baujahr 1988, oder besser auf das, was von ihm übrig blieb. 7000 Einzelteile – vom Bremsklotz über zahllose Schrauben bis zum Gurt – hat Hans Hansen wie in einem Suchbild gnadenlos perfekt arrangiert. Ein Foto, an dem man hängen bleibt. Man muss kein Autofreak sein, um zu erkennen, was für ein Wunderwerk der Technik da vor dem Betrachter ausgebreitet wird. Die Summe aller Einzelteile ergibt hier die perfekte Werbung.

C/O Berlin widmet Hans Hansen eine kleine, feine Schau mit dem Titel "Still Life", der stets unbelebte Dinge unseres Alltags fotografiert, und dies mit einer unglaublichen Präzision und Detailfülle. Hansen, 1940 in Bielefeld geboren, ist einer der bedeutenden deutschen Still-Life-Fotografen, in der internationalen Liga weiß er durchaus mitzuspielen. Er liebt das Experiment, ein Tüftler vor dem Herrn, in drei Räumen präsentiert er verschiedenste Themen: von der Food-Fotografie bis zu den Fotogrammen mit Glas aus Murano. Die Schau zeigt, wie leichthändig er Werbung, also Auftragsarbeiten, und die freie Fotografie verbindet.

Der Einfluss der Grafik auf die Fotografie ist sichtbar

Am Anfang der Ausstellung versammelt Hansen erst einmal das Material der Fotografie, vermittelt technische Aspekte auf spielerische Weise: da verschiedenfarbige Korrekturfilter, dort die 8 mal 19 Kassette, die im digitalen Zeitalter wie ein Alien wirkt. Ein Foto mit Objektiven verschiedener Größe von...

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