Ausstellung: Kunst gegen Armut

. Gabriele Kreutzer will helfen. Es sind alltägliche Situationen, die die 53-Jährige traurig stimmen. Manchmal in der Schule, da kämen Kinder, die keine Dose für ihr Butterbrot hätten. Oder gar ein Butterbrot.

Andere tragen abgeschnittene Strumpfhosen, weil sie schneller wachsen als Geld für neue Kleidung hereinkommt. "In den vergangenen Jahren habe ich so viele Missstände gesehen", sagt die Worringer Künstlerin, "da kann ich nicht wegschauen." Kreutzer arbeitet regelmäßig und eng mit Bildungseinrichtungen zusammen, gibt dort Kurse. Fotografie und Malerei. "Irgendwann war mir klar: Meine Aufgaben hier gehen über das Lehren hinaus", sagt sie. Also hilft Gabriele Kreutzer. Mit ihrem Beruf, mit dem, was sie am besten kann: Kunst. Und zwar direkt vor Ort: "Spenden für Afrika, das geht überall und einfach. Aber ich will die Leute dazu bekommen, auch mehr für Bedürftige in ihrer Nachbarschaft zu tun."

Deswegen realisierte die Kölnerin vor knapp einem Jahr eine einzigartige Idee in ihrem Stadtteil: den Worringer Kunstweg. Zusammen mit fünf anderen hiesigen Künstlern stellte sie ihre Werke überall in den Straßen aus: in Banken, in Schaufenstern von Kochgeschäften, in Imbissbuden. Nur eben nie da, wo Bilder eigentlich zu erwarten wären. Die Arbeiten wurden dort verkauft, die Einnahmen dienten dem guten Zweck. Das Konzept funktionierte, über 1000 Euro kamen zusammen. Das Geld floss über die katholische Kirchengemeinde St. Pankratius an arme Familien aus Worringen. "Und die waren unfassbar dankbar", sagt Kreutzer. Grund genug für die Malerin, den besonderen Spaziergang erneut zu organisieren. Und zwar im größeren Stil: 14 Künstler und 40 Aussteller sind in diesem Jahr dabei.

Gesammelt wird allerdings nicht erst beim 2. Worringer Kunstweg: Schon vor dem Start am 17. November stellen einige der beteiligten Künstler am Samstag, 9. September, im Rahmen des Tag des offenen Denkmals ihre Arbeiten im Frohnhof in Worringen aus.

Auch hier geht jeder Erlös in die Hände der Kirche, dieses Mal aus Fairnessgründen an die evangelische. "Ich kann jedem nur empfehlen, vorbeizuschauen: Die Bilder wirken ganz anders, wenn sie außerhalb des kunsttypischen Umfelds ausgestellt werden. Es lohnt sich auch, wenn man nichts kauft", so Kreutzer....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta