Ausstellung: Katharina Sieverding: "Ich schreibe Kunstgeschichte"

Katharina Sieverding vor ihrer Installation „Testcuts“ in der Akademie am Hanseatenweg

Auf den wandgroßen flimmernden "Testcuts" gibt es ein Wiedersehen mit vielen Berliner Freuden, einen gestikulierenden Klaus Staeck, Jonathan Meese in breitbeiniger Gottes-Kunst-Pose, und immer wieder Klaus Biesenbach, mit dem Katharina Sieverding noch heute Kontakt hat. Und ja, Joseph Beuys, ihr Lehrmeister in der Kunstakademie in Düsseldorf taucht auf – mal mit, mal ohne Fellweste. Die "Testcuts" sind eine Art Tagebuch, hier versammelt sie von 1966 bis 2010 Begegnungen und Ereignisse, die ihr wichtig sind. Und sie macht immer weiter: Achtung, ihre kleine Kamera hat sie wie immer dabei, auch an diesem frühen Mittag, gut verpackt in der schwarzen Umhängetasche.

Klaus Biesenbach hat sie kennengelernt, als sie das Plakat-Projekt "Deutschland wird deutscher" entwickelte. Eine Plakataktion, die 1993 die Situation nach der Vereinigung und den wachsenden Rechtsradikalismus in den Blick nahm. Das passte nicht allen, es gab Proteste, in Stuttgart wurde sie zensiert. Dieses Deutschland-Plakat mit den vielen Messern, die um einen Kopf wirbeln, hängt nun in der Akademie der Künste (AdK) am Hanseatenweg. Katharina Sieverdings Ausstellungsbeitrag zum diesjährigen Käthe-Kollwitz-Preis, den sie heute Abend am Hanseatenweg überreicht bekommt.

Der Preis hat sie dann doch sehr überrascht. Sie war gerade auf dem Weg zur Bundeskunsthalle in Bonn, wo sie die aktuelle Ausstellung "Kunst und Kapital" vorbereitete. Klaus Staeck, ehemaliger AdK-Präsident und Wegbegleiter, rief sie an.

"Mit Käthe Kollwit...

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