Ausstellung: Eine Frage der Inspiration

Blick in die Ausstellung – rechts der „Denker“ von Auguste Rodin

In diesen Tagen gibt es viele Kunst-Pilger im französischen Meudon. Zum 100. Geburtstag des Jahrhundertkünstlers Auguste Rodin besuchen sie dort seine Villa und das lichtdurchflutete Atelier in der Avenue, die seinen Namen trägt.

Das Anwesen bei Paris ist ein atmosphärisches Museum. Hier drängt sich Figur an Figur, Fuß an Fuß, Arm an Arm, in Bronze, Marmor oder Gips. Ein gutes Bild dafür, welch ein manischer Bildhauer hier einmal gearbeitet hat. Ein bärtiger Berserker, dessen Hände wohl nach allem griffen, was sich irgendwie formen lies. Einer, der das klassische Schönheitsideal vom Sockel geholt hat. Im Garten befindet sich sein Grab, darauf steht eines seiner bekanntesten Werke: der Denker. Die große Jubiläumsschau richtete der Grand Palais in Paris aus.

Zwei Schriftsteller und der Verkauf einer Bronze

Wenn Frankreichs Museen ihren Maî­tre im Gedenkjahr landweit feiern, haben andere Häuser kaum Aussicht auf großzügige Leihgaben. Das muss nicht immer von Nachteil sein, wie jetzt die kleine feine Ausstellung in der Alten Nationalgalerie zeigt. Statt Überblick setzt sie auf Konzentration. Im ersten Stock ist Rodin bei den französischen Impressionisten eingezogen, hat einen Platz inmitten von Claude Monets "Sommer" und dem "Wintergarten".

Dort ist er bestens aufgehoben: Die Impressionisten holten das Licht in die Malerei, der Bildhauer ließ es auf der Oberfläche seiner aufgewühlten Skulpturen mit dem Schatten tanzen. Er ist der Meister, der selbst Marmor Leben einhauchen konnte. Ei...

Lesen Sie hier weiter!