Ausstellung: Jedes Bild ein eigener Kontinent

Malerei von vier afrikanischen Künstlern

Selbstverständlich wissen wir zu wenig von Afrika. Wir haben ja in aller Regel noch nicht einmal begriffen, nicht von Afrika im Allgemeinen zu reden, sondern zwischen spezifischen Regionen und Kulturen zu unterscheiden. "Wege durch Afrika" präsentiert nun eine Ausstellung in der Galerie Art of Buna. Es sind künstlerische Wege, Bilder von vier Malern werden gezeigt. Sie führen nach Burundi, Ruanda und in die Demokratische Republik Kongo - jedes einzelne Bild ist ein eigener Kontinent für sich.

So zeigt Nelson Niyakire in seinen Frauen-Porträts, wie das Geheimnis einem Menschen ins Gesicht geschrieben steht. Ihn fasziniert die Würde, mit der Menschen imstande sind, auch die schwierigsten Lebensumstände zu ertragen. "Das sind in Burundi hauptsächlich die Frauen", sagt der 1990 in Burundi geborene Künstler, der bereits im Alter von 17 Jahren zu malen begann. Er malt sie mit traditioneller Kleidung, Kopftüchern, Gewändern, den Körper mit feinen Ornamenten überzogen.

Das aus der Folklore gewachsene Gespür für Ornamente bestimmt auch das formale Repertoire des Brüderpaars Emmanuel Nkuranga und Innocent Nkurunziza, die im ruandischen Kigali ein Kunstzentrum betreiben. Dass die Brüder als Kinder Mitte der 1990er Jahre mit ihren Eltern vor dem Genozid in Ruanda vorübergehend nach Uganda flohen, hat ihre Kunst entscheidend mitgeprägt. So schlägt sich das Bewusstsein für die heilende Kraft der Musik in Nkurangas Motiven nieder, in denen er Musikerszenen mit der Turbulenz expressiver Farben verknüpft. Nkurunziza hat in seinen Kreisbildern eine der impressionistischen Kleinteiligkeit des Pinseltupfens ähnliche Machart und damit eine eigene Art malerischer Abstraktion entwickelt.

Der einzige akademisch ausgebildete Künstler in der Ausstellung ist der in der Demokratischen Republik Kongo geborene Joe Mukuna, der an der Akademie der Schönen Künste in Kinshasa studierte. Er bedient sich zum einen der freien expressiven Abstraktion, aber auch einer sanften Poesie, in der sich die Weite der zentralafrikanischen Landschaft mit einer träumerischen Romantik verbindet. Mit solchen Bildern ist er in der Ausstellung vertreten. (jk)

Galerie Art of Buna, Genter Straße 26, geöffnet Sa 15-20 Uhr, bis 14. 10....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta