Ausstellung in Berlin: Maos Erben: Schau zeigt Fotos aus China

Erinnerung an die Propaganda zur Zeit der Kulturrevolution: Wang Qingsongs Team von Plakatmalern plakatieren aktuelle Werbebotschaften („Wettbewerb“, 2004)

Wer an Kunst aus China denkt, assoziiert damit sofort den Namen Ai Weiwei, der in Berlin das geworden ist, was ihm in China versagt blieb: ein gefragter Künstler mit Ausstellungen weltweit. Seit 2015 lebt er in der Stadt, hat eine Professur an der UdK und sein Studio in Prenzlauer Berg. Repressalien, Zensur, Gefängnis – der Chinese hat dies alles erlebt. Natürlich ist chinesische Kunst mehr als Ai Weiwei, der dortige Kunstmarkt ist einer der am stärksten wachsenden. Doch wie frei ist die Kunst in China wirklich?

Mit dieser Frage im Kopf betreten wir die Schau "Arbeiten in Geschichte", die aktuelle chinesische Fotografie und historische Fotos der Kulturrevolution im Museum für Fotografie präsentiert. Sie möchte zeigen, wie junge Fotografen mit dem Bildnachlass der sogenannten Roten Jahre umgehen. Nun ist es so, dass wir Malerei aus dem Land der Mitte bereits aus einigen Ausstellungen kennen, Fotografie hingegen ist unbekanntes Terrain für die Öffentlichkeit. Alle Werke waren in China bereits in Ausstellungen zu sehen, versichert Yu Zhang, Präsidentin der Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen Kulturellen Austausch in Berlin. Yu Zhang, die seit 25 Jahren in Berlin lebt, fungiert als Mittlerin zwischen Berlin und Peking.

Vielleicht ist die westliche Erwartungshaltung gegenüber den Positionen aus Peking zu groß, auffallend ist, dass die zeitgenössische Auseinandersetzung mit der Kulturrevolution auf den ersten Blick recht harmlos, wenig politisch wirkt. Massaker, Hunger, Haft unter ...

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