Mehrere Festnahmen nach Ausschreitungen bei Anti-Rassismus-Demonstration in Lüttich

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Ausschreitungen in Lüttich

Nach massiven Ausschreitungen am Rande einer Demonstration gegen Rassismus in Lüttich hat die Polizei rund ein Dutzend Randalierer festgenommen. Ermittlungen zur Identifizierung weiterer der "200 bis 300" Beteiligten seien im Gange, sagte der Lütticher Polizeichef Christian Beaupère auf einer Pressekonferenz am Sonntag. Die Randalierer waren nach Polizeiangaben am Samstag durch das Zentrum der ostbelgischen Stadt gezogen und hatten unter anderem Polizisten mit Steinen angegriffen.

Insgesamt wurden dabei 36 Beamte verletzt. Neun von ihnen mussten dem Polizeichef zufolge im Krankenhaus behandelt werden. Am Sonntag befand sich ein Polizist dort noch in Behandlung. Unter den Festgenommenen ist demnach ein Minderjähriger, die restlichen Verdächtigen sind zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Die Ausschreitungen ereigneten sich am Rande einer Black-Lives-Matter-Demonstration, die zunächst friedlich verlief. Die Teilnehmer protestierten gegen die umstrittene Festnahme einer aus dem Kongo stammenden Frau am vergangenen Montag. Diese warf den Sicherheitskräften Gewalt und Rassismus vor, was die Polizei zurückwies. Die Frau hat inzwischen Beschwerde eingereicht. An der Demonstration selbst nahmen laut Polizei "einige Dutzend Menschen" teil.

Am Ende der Demonstration seien einige Teilnehmer gewalttätig geworden und hätten einen Polizisten auf einem Motorrad angegriffen, berichtete eine Polizeisprecherin. Daraufhin hätten sich nach und nach "zwischen 200 und 300 Randalierer in den Straßen von Lüttich versammelt". Diese hätten auch Geschäfte geplündert und zerstört. Bürgermeister Willy Demeyer sagte betroffenen Ladenbesitzern am Sonntag Hilfe zu.

Die Polizei hatte die Einwohner von Lüttich zunächst aufgerufen, das Zentrum der Stadt zu meiden. Sie war mit mehr als 250 Einsatzkräften und drei Wasserwerfern im Einsatz. Am Abend beruhigte sich die Lage wieder.

noe/ans