Ausschreibung 2021 des Gemeinsamen EU-Programms zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (JPND)

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JPND fordert multinationale Forschungsteams auf, Forschungsanträge einzureichen, die sich mit der Messung prädiagnostischer physiologischer Veränderungen und Identifizierung assoziierter Biomarker im Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen beschäftigen.

Neurodegenerative Erkrankungen sind belastende und weitgehend unbehandelbare Krankheitsbilder, die in starkem Zusammenhang mit der Zunahme des Lebensalters stehen. Weltweit leiden schätzungsweise 47 Millionen Menschen an Morbus Alzheimer und damit assoziierten Erkrankungen. Angesichts der alternden Weltbevölkerung wird sich diese Zahl in Zukunft voraussichtlich alle 20 Jahre verdoppeln. Die Entwicklung wirksamer Behandlungen für die Mehrzahl der neurodegenerativen Erkrankungen wird dadurch erschwert, dass sie zumeist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt werden, wenn das Nervengewebe bereits beschädigt ist. Unzureichend beschriebene frühe physiologische Störungen treten jedoch bekanntermaßen auf, bevor eindeutige Symptome der jeweiligen neurodegenerativen Erkrankung erkennbar werden. Zu diesen Veränderungen gehören beispielsweise Schlaf-, Riech-, Hör- und Sehstörungen, Stoffwechselfaktoren sowie Auffälligkeiten im sozialen Engagement. All diese Anzeichen können potenziell zur Früherkennung späterer Erkrankungen dienen, und in den meisten Fällen sind sie im Alltag messbar. Daher könnte die Identifizierung der betroffenen Kreisläufe und molekularen Signalwege vielversprechende Ziele für frühe Interventionen und Therapien neurodegenerativer Erkrankungen aufzeigen.

In diesem Kontext kündigte JPND eine neue gemeinsame transnationale Ausschreibung an, in der multinationale Forschungsgruppen eingeladen werden, Forschungsanträge für ambitionierte, innovative und multidisziplinäre Kooperationsprojekte einzureichen. Die Forschungsanträge sollten sich mit der Erkennung, Messung und dem besseren Verständnis früher Krankheitsindikatoren bei neurodegenerativen Erkrankungen beschäftigen und das Potenzial haben zur Entwicklung neuer Diagnostika und Interventionen beizutragen.

Professor Philippe Amouyel, Vorsitzender des JPND Management Board, erklärt: „Eine der bedeutendsten Schwierigkeiten der neurodegenerativen Erkrankungen besteht in ihrem schleichenden subklinischen Verlauf, der jahrelang anhalten kann, bevor die ersten Symptome auftreten. In vielen Fällen bemerken Kliniker erst im Nachhinein, dass diesen Symptomen viele Jahre lang Veränderungen bedeutender physiologischer Funktionen vorausgegangen sind. Wenn wir nun also über JPND Forschungskräfte in Europa und darüber hinaus zusammenbringen, dann können wir die pathophysiologischen Mechanismen des Auftretens neurodegenerativer Erkrankungen besser verstehen lernen. Darüber hinaus wird es uns helfen, frühe Anzeichen des Auftretens zu identifizieren, bevor das neuronale Potenzial zu stark verändert ist, was die Durchführung von Behandlungen erleichtern würde."

Die Ausschreibung steht Bewerbern in 22 Ländern offen. Die eingereichten Beiträge müssen sich auf eine oder mehrere der folgenden neurodegenerativen Erkrankungen konzentrieren: Morbus Alzheimer oder sonstige Demenzen, Morbus Parkinson und damit verbundene Erkrankungen, Prionenerkrankungen, Motoneuron-Krankheit, Huntington-Krankheit, spinozerebelläre Ataxie und spinale Muskelatrophie. JPND strebt eine Einbeziehung von Patienten und der Öffentlichkeit an. Daher sollten die Forschungsanträge Patienten, Pflegepersonen und die breitere Öffentlichkeit miteinbeziehen.

Des Weiteren sollen folgende Forschungsgebiete im Mittelpunkt der Anträge stehen:

  • Nachweis des Zusammenhangs zwischen frühen neurodegenerativen Prozessen und physiologischen Störungen,

  • Anwendung modernster Methoden oder Technologien zur Verbesserung der Früherkennung von Symptomen,

  • Studien mit Menschen oder Tieren zur Aufklärung neurodegenerationsabgeleiteter Prozesse, die frühe krankheitsspezifische Signaturen hervorrufen,

  • Einsatz digitaler Technologien zur Verknüpfung erkennbarer Symptome mit physiologischen Veränderungen in Verbindung mit Neurodegeneration,

  • Herstellung von Beziehungen zwischen prognostischen Krankheitszeichen mit praktischer Messung physiologischer Störungen durch am Körper tragbare und/oder im häuslichen Umfeld einsetzbare Geräte, einschließlich kabelloser Sensoren zur Patientenüberwachung.

Einsendeschluss für Projektskizzen: 2. März 2021,15.00 Uhr MEZ.

Weitere Informationen über diese Ausschreibung finden Sie hier.

Das Gemeinsame EU-Programm zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (Joint Programme on Neurodegenerative Disease Research, JPND) wurde ins Leben gerufen, um Forschungsprojekte länder- und fachübergreifend besser zu koordinieren, Ursachen schneller zu finden, Therapien zu entwickeln und die Versorgung von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen zu verbessern. Weltweit leiden heute schätzungsweise mehr als 40 Millionen Menschen an Alzheimer und damit verbundenen Störungen, der häufigsten Klasse neurodegenerativer Erkrankungen, und diese Zahl wird in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich steigen. Mit der Forschungs- und Innovationsstrategie von JPND wurden Forschungsprioritäten identifiziert und die Rahmenbedingungen für künftige Investitionen erstellt. Nähere Informationen zum Herunterladen finden Sie hier.

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