Bist du ausreichend diversifiziert?

Sparen: Geld und Münzen
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Ausreichend diversifiziert zu sein ist wichtig. Eine solide Diversifikation schützt das eigene Depot vor Verlusten, von denen man sich nur schwer oder langwierig erholen kann. Wenn eine von zwei gleichgewichteten Aktien ein Totalausfall ist, so sinkt der Wert des Depots schließlich um 50 %. Bei zehn verschiedenen Aktien um lediglich 10 %. Schon diese Mathematik zeigt, wie entscheidend ein gewisses Maß an Streuung sein kann.

Zu viel Diversifikation kann auch schaden. Der Schutzmechanismus bewirkt bei zu viel Breite schließlich auch, dass die Rendite einzelner Aktien minimiert wird. Insofern gibt es ein Für und ein Wider, was die maximale Streuung angeht.

Aber bleiben wir heute bei der Frage, ob du ausreichend diversifiziert bist. Es geht dabei um mehr als nur die Frage, ob 10 oder 30 verschiedene Aktien ins Depot gehören. Auch eine qualitative Komponente ist entscheidend, um die Risiken wirklich zu minimieren oder um zumindest zu verstehen, worauf man sich einlässt.

Ausreichend diversifiziert: Keine einheitliche Antwort

Grundsätzlich gibt es eine wirklich entscheidende Sache zu verinnerlichen: Es gibt kein Optimum, was ausreichend diversifiziert bedeutet. Nein, sondern im Kern geht es stets um die Frage: Wie chancenreich und zugleich risikominimiert soll mein Depot aufgestellt sein?

Ein Mindestmaß an Diversifikation sollte vorhanden sein, zum Beispiel fünf oder zehn verschiedene Aktien. Zudem sollte man ein Maximum voraussichtlich nicht überschreiten. Wer mehr als 150 Aktien besitzt, sollte vielleicht über eine ETF-Variante nachdenken. Wobei es natürlich auch möglich ist, mit einem so breiten Depot den Markt zu schlagen. In diesem Falle wären Indexfonds natürlich auch eine fatale Wahl.

Aber man ist in der Quintessenz quantitativ ausreichend diversifiziert, wenn man genügend Aktien im Depot hat, um sich sicher zu fühlen. Und zudem die eigene Renditeerwartung mit Blick auf das Gesamtdepot noch treffen kann. So viel zu den ersten Basics an dieser Stelle.

Eine Frage der Qualität

Ausreichend diversifiziert ist jedoch ebenfalls nur, wer genügend Qualität in seinem Depot hat. Oder eine qualitative Breite. Es nützt einem zum Beispiel wenig, wenn man zwar 100 verschiedene Aktien besitzt, aber 90 davon mit E-Commerce oder Logistik zu tun haben. Sollte es dann in diesem Markt einen Draw-Down oder einen Wachstumsschock geben, so spürt man das. Wie gesagt: Auch das muss nicht unbedingt ein Fehler sein, aber es ist dann eben kein Schutz in der Breite.

Gleichzeitig sollte man überlegen, wie regional diversifiziert man aufgestellt ist. Märkte wie China oder Russland haben gezeigt, dass eine Streuung über Ländergrenzen hinweg sinnvoll ist. Oder vielleicht auch verschiedene Assets. Aktien sind gut, aber wer maximale Sicherheit haben möchte, der kann über Rohstoffe, Edelmetalle und selbst Krypto-Assets nachdenken.

Vielleicht helfen dir diese Überlegungen, noch einmal kritisch zu hinterfragen, ob du auch wirklich ausreichend diversifiziert bist. Es geht nicht nur um die Menge und die reine Quantität. Nein, sondern entscheidender ist vielleicht sogar die Qualität.

Der Artikel Bist du ausreichend diversifiziert? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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