Auslandsinvestitionen in Deutschland fast wieder auf Vorkrisenniveau

Auslandsinvestitionen fast wieder auf Vorkrisenniveau (AFP/MIGUEL MEDINA) (MIGUEL MEDINA)

Mehr ausländische Unternehmen haben sich im vergangenen Jahr wieder für Deutschland entschieden: Nach einem starken Rückgang im Corona-Jahr 2020 siedelten sich 2021 gut 1800 ausländische Unternehmen in der Bundesrepublik an oder bauten ihre Standorte aus, wie die Außenwirtschaftsagentur Germany Trade & Invest (GTAI) am Donnerstag mitteilte. Im Corona-Jahr 2020 waren es demnach rund 1680 Unternehmen gewesen, 2019 rund 1850.

Einen besonders starken Zuwachs mit jeweils 36 Prozent verzeichnete die GTAI 2021 demnach bei Investitionen von Unternehmen aus Großbritannien und den Niederlanden. Auch bei Investitionen französischer Unternehmen gab es mit 24 Prozent ein deutliches Plus. Die meisten Investitionen kamen aus den USA. Einen starken Rückgang verzeichneten hingegen die Investitionen aus China, hier stand ein Minus von zwölf Prozent.

"Im Fall Großbritanniens dürfte nach wie vor der Brexit für die Entscheidung der Unternehmen, nach Deutschland zu expandieren, eine wichtige Rolle spielen", erläuterte GTAI-Geschäftsführer Robert Hermann die Zahlen. Mit Blick auf die Niederlande und Frankreich sei von einem Investitionsstau aus dem Jahr 2020 auszugehen.

Der Rückgang der chinesischen Investitionen sei auf die strenge Corona-Politik des Landes zurückzuführen. So sei es potenziellen Investoren kaum möglich gewesen, mögliche neue Standorte zu besuchen. "Das gilt übrigens auch für Japan", ergänzte Hermann. Die Zahl der japanischen Investitionsprojekte ging demnach um mehr als die Hälfte zurück, erstmals fand sich Japan im vergangenen Jahr nicht unter den zehn größten Herkunftsländern der Auslandsinvestitionen.

Rund ein Drittel der Auslandsinvestitionen floss laut GTAI in Projekte im Informations- und Kommunikationsbereich, auch Investitionen in der Konsumgüterindustrie legten 2021 demnach um 30 Prozent zu. In der Autoindustrie stiegen die ausländischen Investitionen um 57 Prozent. Die Investitionen in den Maschinenbau und die Chemieindustrie gingen hingegen 13 beziehungsweise sieben Prozent zurück.

fho/ilo

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