Warum ausgerechnet Nordkoreas Außenminister einen Atomkrieg verhindern könnte

John Stanley Hunter
Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho

Im Atomkonflikt zwischen Nordkorea und den USA könnte ein hochrangiger Politiker aus Pjöngjang der Schlüssel zu einer politischen Entspannung sein. Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho hatte zwar zuletzt noch die jüngsten Tweets von US-Präsident Donald Trump als Kriegserklärung gedeutet — und damit die ohnehin angespannte Lage zwischen den Ländern zusätzlich verschärft. Doch hinter verschlossenen Türen genießt Ri bei einigen Politikerin und Diplomaten in Washington durchaus einen guten Ruf. 

 „Yong Ho hat einen großartigen Sinn für Humor“

„Er wurde zum Außenminister gemacht, um zu verhandeln“, sagte der ehemalige US-Diplomat Gary Samore, der Yong Ho bereits seit mehr als 20 Jahren kennt. „Sein besonderes Talent ist es, mit US-Amerikanern zu verhandeln.“

Samore hält Yong Ho nicht für eine „Karikatur eines kommunistischen Apparatschiks“. Der nordkoreanische Außenminister habe einen „großartigen Sinn für Humor“ und habe eine kreative Art, Formulierungen zu finden, die für beide Seiten funktionieren. Die beiden trafen sich 1994 zum ersten Mal, als Samore für die Clinton-Regierung arbeitete.

Ähnlich äußerte sich auch Evans Revere, ein ehemaliger US-Diplomat, der bereits die Korea Society geleitet hat. Yong Ho sei ein exzellenter Verkäufer, auch „wenn sein Produkt sehr fehlerhaft ist“, sagte der Experte für Ostasien. „Er hat einen interessanten, selbstkritischen Humor, den nicht viele Diplomaten haben, geschweige denn die aus Nordkorea.“ Yong Ho sei eloquent und würde immer besonnene Worte finden.

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