Aus Versehen Gold: So kurios war der Sieg von Ester Ledecka

Ester Ledecka hat alle überrascht: Experten, Konkurrenten und vor allem sich selbst. Die eigentliche Snowboarderin fuhr im Super G von Pyeongchang zum Olympischen Gold. 

Ester Ledecka siegte im Super G unter anderem vor Lindsey Vonn. (Bild: Getty Images)

Ganz ungläubig guckte Ledecka drein, als sie im Ziel ankam: Ohne Regung starrte sie auf die Anzeige und wartete laut eigenen Aussagen darauf, dass noch ein paar Sekunden zu ihrer Zeit hinzugefügt werden würden.

Doch die Veranstalter hatten keinen Fehler gemacht. Um ein Hundertstel fuhr Ledecka an Anna Veith vorbei und sicherte sich die Goldmedaille. Eine unglaubliche Geschichte für die junge Tschechin, die eigentlich ihre Stärken auf dem Snowboard hat.

Noch kurioser wird der Triumph im Super G aber anhand dieser fünf Punkte:

1.Ledecka fuhr mit geliehen Skien

 Als amtierende Weltmeisterin auf dem Snowboard hatte Ledecka im Gepäck vorrangig auf ihre Ausrüstung und das Board geachtet. Dementsprechend lieh sie sich für den Wettbewerb auf zwei Brettern die Ski von Mikaela Shiffrin.

Die US-Amerikanerin wird ebenso wie Ledecka vom Hersteller Atomic ausgerüstet, weshalb der Kontakt schnell hergestellt wurde. Shiffrin hatte sich nach ihrem Triumph im Slalom gegen einen Start im Super G entschieden, um sich eine Pause zu gönnen.



2. Ledeckas Sieg lief nicht im TV

Die Chancen für Ledecka wurden derart schlecht eingeschätzt, dass selbst das eigene Heimatland der Veranstaltung im Super G keine große Aufmerksamkeit schenkte.

Während Ledecka ihren unglaublichen Lauf hinlegte, zeigte das TV ihres Landes gerade Eishockey. Dort spielte das Nationalteam gegen Kanada – dementsprechend überrascht wurden die zuständigen Reporter.


3. Anna Veith gab bereits ein Sieger-Interview

Lindsey Vonn hatte gepatzt, Viktoria Rebensburg war ebenfalls schon im Ziel: Die Chancen für Veith standen vor dem Start von Ledecka herausragend gut.

Mancher österreichische Dienst verschickte schon Push-Nachrichten zur Gold-Medaille von Veith – und die Sportlerin gab auch schon ein Interview. Sie sprach unter Tränen vom größten Erfolg ihrer Karriere.


4. Ledecka trug bei ihrer Pressekonferenz eine Skibrille

Völlig überrascht von ihrer Medaille war Ledecka in ihren eigenen Augen nicht tauglich für die vielen TV-Kameras. Auch wenn viele Sender schon abgezogen waren, gab die 22-Jährige nicht viel von ihrem Gesicht preis.

“Ich war nicht darauf vorbereitet, hier zu sein. Daher trage ich kein Make-up”, erklärte sie direkt im Anschluss die Entscheidung, ihre Skibrille weiterhin aufzubehalten. Diese Brille trug sie später auch noch im Presseraum.



5. Ledecka hat noch mehr viel mehr Pläne

Nach dem Gold im Super G geht Ledecka nun die eigentliche Aufgabe an: Dort will sie im Slalom ihrer Rolle als Favoritin gerecht werden. Ob sie nach dem Triumph auf Skiern nun auch in der Abfahrt an den Start geht, ist noch nicht geklärt.

Doch dessen nicht genug. Ledecka kann sich auch eine Teilnahme an den Sommerspielen 2020 vorstellen. Angesprochen auf ihre mögliche Karriere als Surferin zeigte sich die Tschechin offen. Sie ist übrigens auch im Beachvolleyball und Windsurfen aktiv.