Rechtsextreme Website Stormfront ist offline

Rechtsextremisten demonstrieren in den USA (Bild: dpa)

Zwei Wochen nach dem Aus des “Daily Stormer” ist mit “Stormfront” eine weitere Website offline gegangen, über die Rechtsextreme ihre hasserfüllte Weltanschauung verbreitet haben.

1995 hatte Don Black, damals ein hochrangiges Mitglied des Ku-Klux-Klans, die Website “Stormfront” gegründet und damit eine der ersten Plattformen für Rechtsextreme geschaffen, auf der sie sich austauschen und aufstacheln konnten. Doch jetzt ist es aus und vorbei mit der ältesten Hass-Seite des Webs, die 2015 immerhin 300 000 Mitglieder verzeichnete.

Der Provider gibt die Regeln vor

Dafür gesorgt hat die amerikanische Bürgerrechts-Organisation Lawyers’ Committee for Civil Rights Under Law, deren Präsident Kristen Clarke gegenüber “USA Today” sagte: “Die Website ist ein Mittel, um Gewalt gegen andere Rassen und Hass zu verbreiten.” Und so sorgte die Organisation dafür, dass der Domain-Provider Web.com der Seite den Saft abdrehte. In dessen Richtlinien heißt es eindeutig, dass Kunden die Website nicht dafür nutzen dürfen, “Fanatismus, Rassismus, Diskriminierung oder Hass in jeglicher Form darzustellen”.

Lesen Sie auch: Vater entdeckt Sohn bei rechten Charlottesville-Demonstranten – und schreibt emotionalen Brief

Clarke fügte hinzu: “Das Abschalten einer Seite wird sie zwar nicht davon abhalten, ihre Bemühungen fortzusetzen. Aber es wird es den Rechtsextremen schwerer machen, ihren Hass weiter zu verbreiten.” Einer der Leser der Seite war u. a. der norwegische Massenmörder Anders Breivik, der 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen ermordete. Erst vor zwei Wochen war eine ähnliche Website, der “Daily Stormer” der Alt-Right-Bewegung, offline gegangen. Nachdem dort gegen ein Opfer der Aufstände in Charlottesville gehetzt worden war, hatte sein Provider ebenfalls den Schlussstrich gezogen.

Sehen Sie auch: Verliert Trump diesen Minister?