Aus bei Naketano: Haben die Gründer einfach keine Lust mehr?

Das Aus für Naketano kam völlig überraschend und sorgt für allerlei Spekulationen. (Bild: Naketano)

Nachdem das Essener Modelabel Naketano überraschend angekündigt hat, nur noch eine Kollektion auszuliefern, rätselt die Branche. An mangelndem Erfolg kann es nicht gelegen haben. Doch was steckt dann hinter dem Aus für die beliebten Kordel-Hoodies und -Pullis?

Die einen vermuten einen PR-Gag, um den Umsatz noch weiter anzukurbeln, die anderen können sich einfach keinen Reim darauf machen, dass die Naketano-Gründer Sascha Peljhan und Jozo Lonac ihren Laden dicht machen wollen. Rein wirtschaftlich betrachtet gibt es dazu keinen Grund, schließlich hat die Marke im Geschäftsjahr 2015 mehr als 50 Prozent zugelegt und kam damit auf ein Rohergebnis von 23,4 Millionen Euro.

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Ein auf „Spiegel Online“ veröffentlichter Artikel kommt zu einem ziemlich einfachen Schluss: Die Firmengründer wollen einfach nicht mehr. Das behauptet ein nicht namentlich genannter Branchenkenner, der folgendermaßen zitiert wird: „Sie waren von ihrem Erfolg überrascht und wollten das mehr als Hobby betreiben.“ Klingt plausibel, zeigt sich die mangelnde Begeisterung für das eigene Produkt doch auf mehreren Ebenen: Die Postings in den sozialen Medien sind total veraltet, Fragen werden ignoriert. Laut „Spiegel Online“ war die Kommunikation mit den Händlern schon immer „sehr einseitig“ und auch die Art und Weise, wie lapidar die Gründer ihre Entscheidung mitgeteilt hätten, war enttäuschend.

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Aus der Konzernzentrale hieß es laut Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ lediglich, weder Firma noch Marke würden verkauft. Dieses ganze Gebaren könnte dafür sprechen, dass tatsächlich reine Unlust hinter dem Ende der Kordel-Klamotten steckt. Bei einer clevereren und überlegteren Herangehensweise hätte sich die Marke wahrscheinlich für gutes Geld verkaufen lassen.

Auch die „Bild“ schreibt lediglich von „persönlichen Motiven“, die für die Entscheidung der Firmen-Chefs verantwortlich seien. In den sozialen Netzwerken sind die Reaktionen geteilt. Während manche Kunden bedauern, dass sie ab 2019 auf die flauschigen und lieb gewonnenen Pullis verzichten müssen, zeigen sich andere genervt von der Null-Reaktion auf Fragen oder gar erleichtert.

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Dass das Label 2016 damit angefangen hatte, seine Kleidungsstücke mit Namen wie „Schnellbumser“, „sportive Muschi“ oder „Supapimmel“ zu versehen, die auch mal in der Farbe „Dünschiss Kotze Melange“ angeboten wurden, kam verständlicherweise nicht bei jedem gut an.


Im Nachhinein war vielleicht schon das ein erster Hinweis und ein Ausdruck dafür, wie weit man es treiben kann, wenn einem die Zukunft eher schnurz ist.

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