Aurora Cannabis & Co: Schwerer Rückschlag - aber berauschende Gewinne

Andreas Deutsch
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Cannabis-Aktien: Clearstream lockert Handelsverbot

US-Justizminister Jeff Sessions lässt seinen kritischen Worten gegen die Cannabis-Industrie Taten folgen und will gegen die Legalisierung des Rauschmittels vorgehen. Die Aktien brechen ein.

Sessions hat die Staatsanwälte angewiesen, das bundesweit geltende Verbot von Marihuana künftig durchzusetzen. Damit hebt der Justizminister eine Richtlinie der Regierung von Ex-Präsident Barack Obama auf, die besagt, dass die einzelnen US-Staaten freie Hand in ihrer Marihuana-Politik haben.

Auf US-Bundesebene ist Marihuana weiterhin illegal. In einigen Bundesstaaten, darunter Kalifornien, ist es hingegen erlaubt. Der Grund: Die Obama-Regierung legte vor fünf Jahren fest, dass die Bundesstaaten selbst über die Legalisierung entscheiden dürfen. Nur darf das Cannabis nicht in einen Staat transportiert werden, in dem es verboten ist, und Kinder dürfen es nicht in die Hände bekommen.

Ob Sessions mit seiner Maßnahme erfolgreich sein wird, ist alles andere als gewiss. Cannabis hat sich längst als Wirtschaftsfaktor entpuppt, deswegen gibt es auch unter den Republikanern Befürworter der Legalisierung. Cory Gardner, republikanischer Senator von Colorado, warf Sessions vor, den Wählerwillen mit Füßen zu treten. Er sei bereit, alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um gegen den Schritt vorzugehen.

Anleger berauscht

Aurora Cannabis und Canopy Growth gerieten nach Sessions‘ Vorstoß massiv unter Druck. Die Anhebung der Stoppkurse in der AKTIONÄR-App (Canopy auf 22 Euro, Aurora auf 8,50 Euro) am Donnerstagmorgen erwies sich also als perfektes Timing. Beide Aktien wurden mit einem üppigen Gewinn in nur vier Wochen verkauft: Canopy mit +74 Prozent, Aurora mit 72,4 Prozent. Beide Titel kommen auf unsere Watchlist.