Aurelius: Zwei wunderbare Nachrichten an einem Tag

Marlon Bonazzi, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Value-Investoren betonen oft, dass man besonders gute Renditen mit den Aktien von ungeliebten und problembelasteten Unternehmen machen kann. Viele legendäre Investoren sind aber anderer Meinung und vertreten die Ansicht, dass großartige Unternehmen immer noch stärker werden und über lange Zeit überdurchschnittliches Wachstum und überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften können.

Die Vermutung, dass die besten Unternehmen ihre Stärke immer weiter ausbauen können, kann man auch auf die Beteiligungsgesellschaft Aurelius (WKN:A0JK2A) anwenden. Nach einem bisherigen Rekordjahr konnten jetzt noch einmal zwei wunderbare Nachrichten am selben Tag verkündet werden. Hier erfährst du, was es Neues gibt.

Die Studienkreis Gruppe wird erfolgreich verkauft

Am Donnerstag hat Aurelius gemeldet, dass der bereits bekannte Verkauf der Studienkreis Gruppe erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Bei solchen Meldungen sollte man immer auch genauer hinsehen, denn Aurelius wird vor allem seit der Short-Attacke im Frühjahr vorgeworfen, seine Beteiligungen für den schnellen Profit auszuschlachten.

Das war hier nicht der Fall. Studienkreis konnte in den letzten Jahren wachsen, es wurden 140 neue Standorte eröffnet und der Umsatz konnte im Zuge der Restrukturierung um 20 % gesteigert werden. Außerdem hat Aurelius dafür gesorgt, dass Studienkreis im 21. Jahrhundert ankommt. Auf vielen verschiedenen Ebenen wurde das Onlineangebot ausgebaut.

Aurelius konnte nebenbei auch die Profitabilität steigern. Das EBITDA, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, wurde mehr als verfünffacht. Dementsprechend war der Käufer IK Investment Partners auch bereit, einen deutlich höheren Preis für Studienkreis zu zahlen als damals Aurelius. Aurelius konnte 71,7 Mio. Euro erlösen, was dem 11,6-Fachen entspricht.

Ende 2012 wurde bekannt, dass Aurelius Studienkreis von Cornelsen übernehmen wird. Falls alles Kapital am Anfang investiert worden wäre, entspräche das erzielte Verkaufsergebnis bereits einer jährlichen Rendite von über 60 %. Da man aber auch nach der Übernahme weitere Investitionen getätigt hat, fällt die jährliche Rendite auf das eingesetzte Kapital noch einmal höher aus.

Die nächste Viertelmilliarde Umsatz

Ebenfalls am Donnerstag konnte eine große Übernahme verkündet werden. Aurelius übernimmt Connect Books von dem britischen Unternehmen Connect Group. Es handelt sich dabei um einen komplexen Buchhändler mit Niederlassungen in Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich.

Mit den vielen verschiedenen Geschäftsaktivitäten, die größtenteils im Buchgroßhandel anzusiedeln sind, macht Connect Books derzeit einen jährlichen Umsatz von circa 250 Mio. Euro. Das ist durchaus eine beachtliche Summe im Vergleich zu dem auf das Jahr hochgerechneten Umsatz der ersten neun Monate in Höhe von 3,5 Mrd. Euro.

Die neue Beteiligung ist wie geschaffen für die Kompetenzen von Aurelius. Es hat schon oft bewiesen, dass es Unternehmen wie Connect Books zu internationalem Wachstum verhelfen kann. Außerdem kann es vermutlich seine Arbeitsprozesse verbessern und von seiner umfassenden Onlineexpertise Gebrauch machen, um die IT zu verbessern.

Am Donnerstag hat Aurelius gleich mit zwei Meldungen gezeigt, dass sein Geschäftsmodell sehr vielversprechend bleibt.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2017