Aurelius-Rally: Die Dividende ist zu gigantisch, um zu widerstehen

Marlon Bonazzi, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wer Aktien nur nach der Chartanalyse analysiert, dürfte damit langfristig nicht sonderlich viel Erfolg haben. Zumindest lassen sich meines Wissens keine Chartanalysten unter den Milliardären dieser Welt finden. Trotzdem haben die Anhänger der Chartanalyse zumindest damit recht, dass es durchaus psychologisch wichtige Zahlen gibt, die durchaus oft mit einer erhöhten Bewegung einer Aktie verbunden sind.

Diese Sorgen bereitete der Aurelius-Aktienkurs in letzter Zeit

Deshalb dürften einige Aktionäre der Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius (WKN:A0JK2A) mit Sorge beobachtet haben, dass die Aktie Mitte November wieder weniger als 50 Euro wert war, nachdem sie seit Ende des Sommers ziemlich souverän oberhalb von 50 Euro gehandelt wurde – Anfang Oktober wurden sogar schon wieder die 60 Euro ins Visier genommen, was relativ nah an den Allzeithochs vor der Short-Attacke aus dem Frühjahr gewesen wäre.

Also dürfte die Erholung der Aktie in den letzten Tagen auf Kurse deutlich oberhalb der 50 Euro-Marke bei vielen für Erleichterung gesorgt haben. Das Abschütteln von massiven, wenn auch wie im Fall von Aurelius rückblickend überzogenen und quasi vollständig falschen Anschuldigungen, dauert oft lange, also sollten sich Anleger grundlegend nicht über eine lange Seitwärtsbewegung sorgen.

Der neue Impuls dürfte vor allem von der Dividende im nächsten Jahr kommen, und die hat ihren Ursprung in erfreulichen Entwicklungen.

Eine fette Dividende wird noch fetter

Das bisherige Geschäftsjahr konnte schon seit Monaten mit solchen Rekorden aufwarten, dass eine saftige Dividende im nächsten Jahr bereits sicher war. Schon im August hatte Steffen Schiefer, der Chief Financial Officer von Aurelius, in einem Interview mit Der Aktionär betont, dass die Schätzungen für die Ausschüttung im nächsten Jahr bereits oberhalb der in diesem Jahr ausgezahlten 4 Euro lagen. Viele Finanzmedien berichteten bereits vor Wochen, dass man mit einer Dividende in Höhe von 5 Euro rechne. Allerdings war dabei nicht ganz klar, ob diese Schätzungen von Aurelius selbst stammten oder von Analysten.

Mittlerweile wurden die Erwartungen sogar noch erhöht, vor allem da kürzlich ein weiterer erfolgreicher Verkauf gemeldet werden konnte. Die Beteiligung Studienkreis konnte für 71,7 Millionen Euro verkauft werden. Laut einer Analyse der Baader Bank lässt das 2018 eine Dividende in Höhe von 6,10 Euro je Aktie erwarten. Kein Wunder, dass die Aktie nach der am 22. November veröffentlichten Nachricht über den erfolgreichen Verkauf nicht zu 50 Euro den Besitzer wechselte, schließlich wäre die Dividendenrendite zu diesem Kurs über 12 %.

Die hervorragende operative Entwicklung findet ihren Weg in die großzügige Ausschüttung

Es ist also nur verständlich, dass die Aurelius-Aktie wieder als deutlich interessanter angesehen wird und Anleger mit der Aussicht auf eine riesige Dividende im nächsten Jahr zugreifen. Dabei ist es zusätzlich angenehm zu wissen, dass die hohe Dividende alleine durch die erfolgreichen Verkäufe der letzten Zeit begründet ist. Die operative Entwicklung stützt die üppigen Ausschüttungen.

Der einzige Grund, wieso die Aktie nicht schnurstracks zu alten Rekorden eilt, ist vermutlich, dass die Jahre nach diesem erfolgreichen Rekordjahr noch nicht in Stein gemeißelt sind. Wie immer ist aber natürlich die gigantische Dividende entweder schon ausgezahlt oder im Verhältnis zum Aktienkurs weniger hoch, wenn weitere Erfolge bereits gefeiert werden können.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2017