Aurelius: Diese Überrenditen sind möglich

Marlon Bonazzi, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Das Münchener Unternehmen Aurelius (WKN:A0JK2A) hat ein eher ungewöhnliches Geschäftsmodell. Es verdient nicht selbst Geld, sondern kauft Unternehmen in Sondersituation auf, saniert diese und verkauft sie dann, in der Regel, mit einem Gewinn.

In angelsächsischen Ländern ist dieses Geschäftsmodell schon länger als Private Equity bekannt. Genau genommen wird die Aurelius-Strategie dabei den Unterkategorien Turnaround und Buyout zugeordnet.

Langjährige Aurelius-Aktionäre zweifeln wahrscheinlich nicht daran, dass man mit dieser Strategie erfolgreich sein kann, denn Aurelius hat mit seinen Unternehmens-Restrukturierungen bereits ein Vermögen generiert. Da das Unternehmen aber gerade einmal 2006 gegründet wurde, fragt sich vielleicht der ein oder andere, ob das in Zukunft so weitergehen kann.

Ein Blick auf die Konkurrenz gibt darauf eine eindeutige Antwort.

Darauf kommt es an

Da Aurelius wie gesagt in Sondersituationen investiert, um die sanierten Unternehmen mit Gewinn zu verkaufen, dürfte relativ offensichtlich sein, dass der Erfolg des Unternehmens daran gebunden ist, welche Renditen es mit seinem Kapital erwirtschaften kann. Nur wenn hohe Renditen erzielt werden, wachsen auch die Vermögenswerte und somit der faire Wert von Aurelius, und es steht Kapital für neue Zukäufe, zusätzliche Investitionen, Aktienrückkäufe und Dividenden zur Verfügung.

Bisher hat Aurelius im Schnitt hervorragende Renditen erreicht. Das sogenannte Cash Multiple, also die Gesamtrendite auf das eingesetzte Kapital, lag historisch bei 9, also 800 %. Aurelius gibt anstatt einer jährlichen Rendite immer das Cash Multiple an. Damit lassen sich Verkäufe einfacher vergleichen und man kann zudem einfacher berücksichtigen, dass viele Beteiligungen nach Übernahme auch noch einmal Kapital erhalten.

Da das Cash Multiple keine Zeitangabe enthält, hängt natürlich die jährliche Rendite davon ab, wie lange das Kapital bis zum Verkauf gearbeitet hat. Allerdings lässt sich anhand des Gründungszeitpunkts vor elf Jahren ableiten, dass ein durchschnittliches Cash Multiple von Neun einer deutlich zweistelligen Rendite entspricht, zumal eigentlich alle Turnarounds in nur einem Abschnitt dieser elf Jahre vollzogen wurden.

Welche Überrenditen bei Private Equity langfristig möglich waren

Interessant ist für Investoren, ob solche Renditen auch in Zukunft möglich sind. Das Management von Aurelius will auch zukünftig ein Cash Multiple von neun erreichen. Das ergäbe bei einem innerhalb von fünf Jahren abgeschlossenen Turnaround ohne zusätzliche Investitionen eine jährliche Rendite von über 55 %, wenn bis zum Verkauf zehn Jahre vergehen, bleibt noch immer eine jährliche Rendite von über 24 %.

Solche Renditen kennt man auch von anderen sehr erfolgreichen Private Equity-Unternehmen, bis sie irgendwann ein bisschen zu groß dafür wurden und ein paar Prozentpunkte eingebüßt haben. In den USA, wo Private Equity schon lange über Fonds strukturiert wird und somit die jährliche Rendite die wichtigere Kennzahl ist, gibt es interessante Daten zu dem langfristigen Erfolg einiger Private Equity-Investoren:

durchschnittliche jährliche Nettorenditen von Private Equity Zeitraum und Anmerkungen
KKR 18,9 % seit Gründung 1976
The Carlyle Group circa 20 % seit Gründung 1987
U.S. Private Equity Index 13,4 % zwischen April 1986 und Dezember 2015, berechnet von Cambridge Associates

Quellen: KKR, The Washington Post, Bloomberg

Wie man sieht, war Private Equity in den letzten Jahrzehnten ein sehr lukratives Geschäft. Die erfolgreichen Unternehmen wie KKR oder The Carlyle Group haben im Vergleich zum Aktienmarkt massive Überrenditen über sehr lange Zeiträume generiert, aber auch im Durchschnitt hatte die Branche Überrenditen im Vergleich zu Aktien zu bieten.

Die Wissenschaftler Arthur G. Korteweg und Morten Sorensen haben vor einigen Jahren untersucht, wie langlebig die Performance von Private Equity-Managern ist und dabei herausgefunden, dass vergangene Performance auch auf zukünftige Performance schließen lässt. Im Buyout-Segment war dieser Effekt besonders stark.

Wenn man also berücksichtigt, was andere bisher geschafft haben und wie klein Aurelius im Vergleich zu den amerikanischen Private-Equity-Giganten ist, spricht vieles dafür, dass Aurelius seine bisherigen Überrenditen in einer ähnlichen Größenordnung auch in Zukunft erreichen kann.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt KKR.

Motley Fool Deutschland 2017