Auktion von Rhinozeros-Hörnern mit wenigen Käufern

Eine umstrittene Online-Versteigerung von Rhinozeros-Hörnern in Südafrika hat weniger Käufer angezogen als erwartet. Die Regierung hatte erfolglos versucht, die Auktion zu verhindern

Eine umstrittene Online-Versteigerung von Rhinozeros-Hörnern in Südafrika hat weniger Käufer angezogen als erwartet. Die Anwälte des Organisators teilten am Wochenende mit, die dreitägige Auktion der 264 Hörner hätte "weniger Bieter und Verkäufe als angenommen" gebracht. Südafrikas Justiz hatte im April das Verbot für den Binnenhandel mit den Hörnern aufgehoben, international ist der Handel zum Schutz der Nashörner jedoch seit 1977 verboten.

Die Anwälte von Organisator John Hume, dem größten Nashorn-Züchter der Welt, nannten die erste Online-Auktion dieser Art "erfolgreich", äußerten sich aber nicht zum Erlös. Wegen der Proteste von Umweltschützern hatte die Auktion am Mittwoch zwei Tage später als geplant begonnen - das machen die Organisatoren für die geringen Verkäufe verantwortlich.

Die südafrikanische Regierung hatte bis zuletzt versucht, die Versteigerung zu verhindern. Die Justiz ordnete jedoch eine Verkaufserlaubnis an. Hume hatte argumentiert, er wolle mit der Auktion verhindern, "dass Nashörner wegen ihrer Hörner gejagt werden". Außerdem solle sie "Mittel aufbringen, um die Fortpflanzung und den Schutz der Nashörner zu finanzieren".

Auf seiner Ranch im Nordwesten von Südafrika werden die rund 1500 Nashörner regelmäßig von Tierärzten betäubt, um ihnen die begehrten Hörner abzuschneiden. Diese bestehen wie etwa menschliche Fingernägel zwar nur aus Keratin, dennoch gelten sie in der asiatischen Medizin als Heilmittel.

Das zu Pulver verarbeitete Horn erzielt auf dem Schwarzmarkt Preise von bis zu 60.000 Dollar (50.950 Euro) pro Kilogramm. Wegen dieses lukrativen Geschäfts machen Wilderer Jagd auf Nashörner. In Südafrika, wo rund 80 Prozent der Nashörner beheimatet sind, wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 7100 der Dickhäuter getötet.