Auktion: Bambi, Turnschuhe und Pokale von Boris Becker

Mehr als 80 persönliche Gegenstände des ehemaligen Tennisstars Boris Becker (50) stehen zum Verkauf.

Am 28. Juni endet eine Online-Auktion, bei der die Objekte auf Anordnung von Beckers britischem Insolvenzverwalter Mark Ford versteigert werden sollen. Eigentlich hätte das Insolvenzverfahren diese Woche auslaufen sollen, wurde jedoch bis Ende Juli verlängert.

Angeblich wegen mangelnder Kooperation, wie es seitens des Insolvenzverwalters heißt. Der Verbleib eines Teils von Beckers Trophäen sei ungeklärt. Becker selber macht zusätzliche Zinsforderungen des Hauptgläubigers für die Verlängerung verantwortlich.

Die Auktion dürfte eine sechsstellige Summe erbringen, sagt Mark Ford. Dies sei allerdings angesichts der großen Anzahl von Ansprüchen, man bewege sich derzeit in einer Größenordnung von mehreren zehn Millionen Pfund, ein relativ kleiner Tropfen auf den heißen Stein. Aber es sei Teil dessen, was getan werden müsse, um den Forderungen der Gläubiger gerecht zu werden.

Unterdessen versuchen Beckers Anwälte, diplomatische Immunität für ihren Mandanten geltend zu machen. Becker hatte im April mitgeteilt, er sei von der Zentralafrikanischen Botschaft in Brüssel zum Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten ernannt worden.

Regierungsvertreter des bitterarmen Landes widersprechen dem aber teilweise. Becker genieße keine diplomatische Immunität so Außenminister Charles Armel Doubane. Und der Pass sei eine Fälschung.

Er besitze zum aktuellen Zeitpunkt kein von ihm unterschriebenes Dokument, das bestätige, dass Herr Becker Mitglied des diplomatischen Teams der Zentralafrikanischen Republik in Belgien sei.

"Dieser Ausweis mit der Nummer D001950, der ihm von ich weiß nicht, wem ausgehändigt wurde, ist Teil eine Ausweisladung, die 2014 während der Übergangsregierung entwendet wurde."

Zu den zu versteigernden Objekten, die derzeit in einer Londoner Galerie ausgestellt werden, gehören unter anderem eine Goldene Kamera, ein Bambi und eine Replik des US-Open-Pokals - für die am Mittwochabend das bislang höchste Gebot entfiel - umgerechnet rund 17.200 Euro.