RB von Augsburg düpiert und verhöhnt

Timo Werner musste pausieren

Viel rotiert, nichts erreicht: Vize-Meister RB Leipzig hat vor einem heißen Herbst den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Die auf neun (!) Positionen veränderte Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl unterlag beim Überraschungsteam FC Augsburg mit 0:1 (0:1) und kassierte am fünften Spieltag ihre zweite Niederlage.(Spielplan und Ergebnisse der 1. Bundesliga)

"Jedes Gegentor ist ärgerlich. Aber besonders, wenn man sich auswärts auskontern lässt, ist das suboptimal. Wir müssen jetzt eine Reaktion zeigen", sagte RB-Abwehrspieler Willi Orban, der die Rotation des Trainers stützte: "Wir brauchen weiter frische Beine."

Der FCA setzte vor dem schwäbischen Derby in Stuttgart mit nunmehr zehn Punkten und dem dritten Sieg in Serie dagegen seinen Höhenflug fort.(Tabelle der 1. Bundesliga)

Baier mit obszöner Geste

Allerdings sorgte Daniel Baier mit einer obszönen Geste Richtung der RB-Bank um Hasenhüttl kurz vor Schluss für Aufregung.

Hasenhüttl verweigerte dem Augsburger nach der Partie deshalb den Handschlag.

"Es  sind 90 Minuten harter Kampf im Spiel. Da passieren auch mal emotionale Momente, die man danach bereut. Er an der Linie, ich auf dem Feld", sagte Baier nach dem Spiel bei Sky: "Aber nach dem Spiel ist es für mich gegessen und ich wollte ihm die Hand geben. Es ist ein Fußballspiel, wo Emotionen dazugehören. Er kommentiert jede Aktion an der Seitenlinie, da habe ich ihm gesagt, dass er das lassen soll, weil wir dafür einen Schiedsrichter haben.

Womöglich droht Baier nun ein Nachspiel und eine Strafe.

Gregoritsch sorgt für Blitzstart

Michael Gregoritsch sorgte mit dem 1:0 in der 4. Minute für einen Augsburger Blitzstart. Leipzig agierte danach über weite Strecken überlegen, ist vor den Spielen in der Liga gegen Eintracht Frankfurt und in der Champions League bei Besiktas Istanbul aber auf der Suche nach der Leichtigkeit der vergangenen Saison. Ohne den gesperrten Naby Keita fehlten gegen eine konsequent verteidigende Augsburger Elf Struktur, Ideen und Präzision.

FCA-Trainer Manuel Baum lobte sein Team: "Die Mannschaft hat das wirklich gut gemacht, wir haben uns diesen Sieg verdient. Wir hätten nur den Sack früher zumachen können. Aber der Kampf war aufopferungsvoll, das hat Spaß gemacht."

"Das frühe Gegentor war schlecht verteidigt, aber wir hatten noch viel Zeit, gegen eine Wand aus zehn Spielern ein Tor zu erzielen. Es war schwierig, da durchzukommen. Wir haben alles versucht", sagte Hasenhüttl und verteidigte seine Rotation als "alternativlos".


Bei Leipzig standen im Vergleich mit dem vergangenen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) nur Kevin Kampl und Torjäger Timo Werner erneut in der Startelf. Dafür feierte unter anderem Torwart Yvon Mvogo sein Bundesligadebüt. Der Schweizer hatte nach 90 Sekunden Glück, dass Gregoritsch nach einer zu kurzen Abwehr den Ball neben das Tor setzte. Wenig später nutzte der FCA die Konfusion in der neu formierten Leipziger Defensive eiskalt aus. Gregoritsch schob aus wenigen Metern ein.(Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)