Augmented Reality: Diese Aktien werden 2018 eine Rolle spielen

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Augmented Reality hat 2017 große Fortschritte gemacht. Apple (WKN:865985) hat sein iOS dahingehend aktualisiert, dass Entwickler Augmented Reality (AR)-Anwendungen und -Spiele entwickeln konnten, die Millionen von Nutzern sofort Zugang zu AR verschafften, ohne dass sie dazu ein neues Gerät kaufen mussten.

Auch die Sozialen Netzwerke mischten 2017 beim AR-Wahnsinn mit. Facebook (WKN:A1JWVX) optimierte seine Haupt-App, den Facebook Messenger und Instagram, um mehr AR-Features für alle drei zu bieten. Und mit den mehr als 2 Milliarden monatlich aktiven Nutzern des Unternehmens etabliert sich Facebook als eines der einflussreichsten AR-Unternehmen überhaupt.

Und natürlich fuhr Microsoft (WKN:870747) fort, in den AR-Hardwarebereich vorzupreschen, mit mehr Anwendungenn für das Hololens-Headset. Außerdem kündigte man an, dass man 2019 eine neu gestaltete Version auf den Markt bringen wird.

All diese Schritte haben dazu beigetragen, den Grundstein für die Einführung von Augmented Reality auf den Massenmarkt zu legen. 2018 werden wir wahrscheinlich noch viel mehr von diesen Unternehmen mitbekommen. Der AR-Markt wird bis 2024 voraussichtlich einen Wert von 165 Milliarden Dollar haben, also schauen wir uns einmal an, wie diese Unternehmen im nächsten Jahr und darüber hinaus davon profitieren könnten.

AR auf dem Smartphone dringt in den Massenmarkt

Als Apple vor Monaten sein AR-Kit für Entwickler auf den Markt brachte, hieß es, dass das Unternehmen schon bald eine der größten AR-Plattformen der Welt werden würde, allein schon wegen der Anzahl der Nutzer des mobilen Betriebssystems iOS. Und 2018 werden wir sehen, ob Apples Plan aufgeht oder nicht.

Schon jetzt entwickeln einige Unternehmen AR-Apps für den Massenmarkt. Mit der IKEA Place App können die Nutzer Möbel virtuell in ihrem Haus platzieren, verschieben und sich eine Vorstellung davon machen, wie das ganzen denn aussieht, bevor man es dann kauft. Es ist eine einfache Idee, aber es sind Anwendungen wie diese – die jetzt leichter über Apples App Store erhältlich sind – die das Online-Shopping noch einfacher machen.

Natürlich wird Apple wahrscheinlich auch von der Einführung von AR für Handyspiele profitieren. Anstatt Spiele lediglich auf einen iPhone- oder iPad-Bildschirm zu spielen, können die Nutzer diese Spiele nun auf den Tischen und Böden der Wohnung spielen und auf komplett neue Art mit ihnen interagieren.

Wenn AR-Spiele und -Apps nicht wie ein Riesenmarkt erscheinen, sollte man bedenken, dass Nintendos Pokemon Go auf dem Jahr 2016 Einnahmen über 500 Millionen Dollar schneller als jede andere App davor überschritten hat. Seit der Veröffentlichung hat das Spiel 1 Milliarde Dollar Umsatz eingebracht. Sicher, nicht alle AR-Spiele werden so erfolgreich sein wie Pokemon Go, aber das Spiel hat bewiesen, dass es eine starke Nachfrage unter den mobilen Nutzern nach AR-Apps gibt. Es wird erwartet, dass der Umsatz mit mobilen AR-Anwendungen für Endverbraucher im Jahr 2018 1,2 Milliarden US-Dollar erreichen wird, gegenüber 725 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 und 15,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022. Da Apple bereits bei AR-Apps führend ist, sollte das Unternehmen davon profitieren, da diese Technologie 2018 noch weiter in den Massenmarkt dringt.

AR in sozialen Netzwerken

Auf der F8-Entwicklerkonferenz 2017 von Facebook führte CEO Mark Zuckerberg vor, wie die App des Unternehmens bald AR nutzen wird, damit Nutzer ihre Handys auf ein Objekt richten und Informationen darüber erhalten können. Außerdem soll es einen „Kaufen“ bzw. „Download“-Button geben. Es war bloß eine Präsentation, aber das Unternehmen unternimmt bereits große Schritte, um Augmented Reality und Social Media zusammenzuführen.

Das neueste AR-Studio des Unternehmens ermöglicht es Entwicklern, Filter und Kameraeffekte für ihre Facebook- und Messenger-Anwendungen zu erstellen, ähnlich den AR-Filtern von Snapchat. Die Instagram-App hat bereits weitere AR-Filter und -Funktionen hinzugefügt. Das Unternehmen hat kürzlich einen weiteren Schritt in diese Richtung getan, indem es allen Entwicklern auf der Facebook-Plattform erlaubt hat, interaktive AR-Filter zu erstellen.

Das ist ein riesiges Unterscheidungsmerkmal zu Facebooks Rivalen Snap (dem Hersteller der Snapchat-App), die keine Dritt-Entwickler hat, die AR-Apps entwickeln. Facebook war in der Lage, viele Funktionen von Snapchat in der Vergangenheit sowohl für Facebook als auch für Instagram zu kopieren, und das mit großem Erfolg.

Im Jahr 2018 werden mehr als 1 Milliarde Smartphone-Nutzer mindestens einmal im Jahr irgendeine Form von Augmented Reality-Inhalten erstellen, und 300 Millionen werden dies jeden Monat tun. So jedenfalls lauten die jüngsten Prognosen von Deloitte. Mit den 2 Milliarden Nutzern von Facebook – und 800 Millionen Nutzern auf Instagram – ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Großteil der AR-Inhaltserstellung im Jahr 2018 auf den Plattformen von Facebook erfolgen wird.

Weitere Hardware-Gerüchte

Natürlich dreht sich nicht alles, was 2018 mit AR passiert, nur um Software. Microsoft hat mit seinem Hololens-Headset bereits den First-Mover-Vorteil im Bereich der Augmented-Reality-Hardware, und das Unternehmen hat angekündigt, dass es 2019 eine neue Version des Geräts auf den Markt bringen wird. Das Unternehmen sollte demnach voraussichtlich im Laufe des Jahres 2018 weitere Details über die aktualisierte Version bekannt geben wird.

Microsoft verfügt bereits über einige große Partner, die seine AR-Technologie einsetzen. Ford setzt Hololens beispielsweise ein, um Fahrzeugdesigns zu bewerten und Änderungen an virtuellen und Lehmmodellen in Echtzeit vorzunehmen. Hoffentlich werden wir 2018 einen Blick auf die neuen Hololens bekommen, die möglicherweise mehr auf Endkunden als auf Unternehmen ausgerichtet sind. Die sollte dann mehr Funktionen haben und günstiger im Preis sein (die Hololens-Entwicklerversion kostet derzeit 3.000 Dollar, und die Enterprise-Version bei 5.000 Dollar).

Abgesehen von Microsofts Plänen werden wir sicherlich noch mehr Gerüchte über ein Apple Headset bzw. Brillen sowie über ein AR-Gerät von Facebook hören. Gerüchte verbreiten sich schon seit einiger Zeit, dass Apple im Jahr 2020 ein AR-Headset herausbringen wird, das im Jahr 2019 auf den Markt kommen könnte. Das heißt, 2018 könnte ein wenig mehr Licht ins Dunkel bringen; einige Analysten haben spekuliert, dass das Gerät in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Umsatztreiber für Apple werden dürfte.

Und Facebook meldete jüngst ein Patent an, das eine Augmented-Reality-Brille beschreibt, die von der Firma Oculus gebaut werden soll, die Licht in die Augen des Benutzers (anstelle des normalen Displays) sendet und sich mit drahtlosen Kopfhörern als Lautsprecher verbinden können.

Zuckerberg hat gesagt, dass AR „die nächste große Computerplattform“ sein könnte, und er hat bereits erwähnt, dass Brillen das beste Werkzeug sind, um Augmented Reality zu liefern. In Anbetracht der Tatsache, dass es bereits einige Informationen in Bezug auf die Brille des Unternehmens gibt, bin ich sicher, dass wir im Laufe des Jahres 2018 mehr darüber erfahren werden. Aber Investoren sollten Zuckerbergs Aussage im Hinterkopf behalten, die lautete, dass AR-Hardware erst in fünf bis 10 Jahren ein Massenpublikum finden wird.

Augmented Reality ist eine langfristige Investition

Microsoft, Apple und Facebook haben im Moment keine nennenswerten Einnahmen aus ihren Augmented Reality-Plänen, und das wird sich in den kommenden Quartalen nicht dramatisch ändern. Aber Investoren sollten die AR-Unternehmungen als kleine Schritte zu einer sehr lukrativen und potenziell alles auf den Kopf stellenden Technologie betrachten. Wenn Augmented Reality so groß wird, wie jeder dieser Technologieriesen glaubt, dann werden geduldige Investoren mit großer Wahrscheinlichkeit belohnt.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Facebook, Apple und Ford.

Dieser Artikel von Chris Neiger erschien am 19.12.17 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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