Augen auf, Roboter! Turnaround-Formel mit Signal für First Sensor, Audi, OHB

Florian Söllner
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Augen auf, Roboter! Turnaround-Formel mit Signal für First Sensor, Audi, OHB

Der Mensch ist ein Wunderwerk. Doch er ist nicht dazu geschaffen, Millionen Kilometer durchs Universum zu fliegen und die bis zu -120 Grad kalte Marsoberfläche zu erforschen. Zudem ist der Mensch mit seinen zwei nach vorne gerichteten Augen und seiner begrenzten Aufnahmefähigkeit nicht die optimale Lösung, um Auto zu fahren. Springt von der Seite überraschend ein Kind vors Auto, reagiert das Roboterauto der Zukunft schneller. Die künstlichen Augen liefern dabei LIDAR-Systeme (Light Detection and Ranging). Der Clou: Laserpulse werden ausgesendet, um Straßen oder Autos zu vermessen und zu klassifizieren. Tunnelblick war gestern: Die Sensorik behält einen 360-Grad-Überblick und verarbeitet dank leistungsstarker Chips Millionen Informationen gleichzeitig.

Firmen wie Ford, Google oder Volvo setzen LIDAR bereits ein. Elon Musk hat zunächst beim Autopiloten auf diese Technologie verzichtet. Doch jüngst wurden Tesla-Testwagen mit genau dieser Laser-Radar-Technologie entdeckt. Weitere Hersteller setzen auf den automatischen Roboter-Rundumblick. Der LIDAR-Markt wird bis 2022 um jährlich 25,8 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar wachsen. Denn unsere Welt wird komplexer – wir brauchen Roboter, um sie zu bändigen.

Auch ein Aktienuniversum mit knapp 70.000 Aktien ist von Menschenhand alleine schwer zu beherrschen. der aktionär geht daher mit der Zeit und setzt auf digitale Hilfe, um den Überblick zu gewinnen. Die in langer Feinarbeit entwickelte Turnaround-Formel hat nun tagtäglich die Bewegungen Tausender Aktien im Visier – und sendet Signale, sobald eine besonders aussichtsreiche Kurskon­stellation entdeckt wird. First Sensor und OHB sind nur zwei aus einer Handvoll Aktien, die die Turnaround-Formel zuletzt ausgewählt hat.

Der Ursprung der Formel ist eine Beobachtung: Viele der erfolgreichsten Empfehlungen des aktionär wiesen ein ähnliches charttechnisches Grundmuster auf: eine nachhaltige Boden- und Seitwärtsbewegung, welche mit gewissen Charakteristika nach oben aufgelöst wird. Die Analyse wurde in eine Formel gegossen, um keine dieser speziellen Aktien mehr zu übersehen.

First Sensor: Top-Tipp

Eine der neuen Formel-Aktien ist First Sensor. Hier heißt es „Freie Fahrt“: Erstmals darf in Deutschland ein Autofahrer laut Gesetz nun die Hände vom Steuer nehmen. Das Roboterauto übernimmt. Schon jetzt sind Sensorsysteme von First Sensor für die Rückfahrhilfe oder Abstandserkennung in Autos im Einsatz. Künftig werden Fahrzeuge dank LIDAR noch eigenständiger. Die Berliner statten etwa den amerikanischen LIDAR-Hersteller Velodyne (Bild) mit Fotodioden aus und stellten eine Sensorlösung für eine vernetzte, autonome Mobilität vor. Schon jetzt setzen Auto-Giganten wie Ford auf Velodyne. Kameratechnologie von First Sensor wurde von Analysten zudem in Googles Roboterauto entdeckt.

„Künftig werden autonome Fahrzeuge diese Light-Detection-and-Ranging-Technologie nutzen, um im Zusammenspiel mit Kamera- und Radarsystemen auf andere Verkehrsteilnehmer zu reagieren“, erklärt CEO Dr. Dirk Roth­weiler.

Satte 31,3 Prozent des Gesamtumsatzes stammen bereits aus dem Bereich Mobility. „Der Zielmarkt Mobility ist und bleibt für uns ein wesentlicher Wachstums­treiber. Wer ein autonomes Auto bauen will, kommt an Sensorik nicht vorbei“, so Roth­weiler gegenüber dem AKTIONÄR. Operativ liege man „auf Kurs“.

2016 war noch durchwachsen, da ein Großauftrag ausgelaufen war. Doch jetzt scheint der Weg für die Aktie frei. 2017 wird bei einem Umsatz von 140 bis 145 Millionen Euro eine EBIT-Marge im Bereich von 5,0 bis 6,0 Prozent erwartet. Und das war erst der Anfang: „Bei mittel- und langfristig sehr guten Wachstumschancen ist es das Ziel, die EBIT-Marge schrittweise auf zehn Prozent zu erhöhen“, so die Firma.

Erreicht Rothweiler seine operativen Ziele, sind Kursgewinne vorprogrammiert. Schließlich wird der Lieferant von Know-how für die stark wachsende LIDAR-Technologie nur mit einem 2018er-KGV von 15 bewertet. Auch charttechnisch gibt es freie Fahrt: Die Turnaround-Formel gibt ein Signal!

Peter Lynch 2.0

Im Kern folgt die Turnaround-Formel einem antizyklischen Ansatz, wie ihn Peter Lynch oder Warren Buffett seit Generationen lieben: Nicht kaufen, wenn alle schon aufgesprungen und investiert sind – sondern clever vor anderen einsteigen, wenn die Aktie noch nicht in aller Munde und Depots ist. Wichtig jedoch: Der Trend muss drehen, die Großinvestoren und Insider müssen bereits zurückkehren – ersichtlich wird dies für die Formel unter anderem durch Beobachtung des Aktien-Handelsvolumens an besonderen Handelstagen.

Maschine und Mensch

In diesem ersten Schritt ist der Ansatz rein technisch beziehungsweise digital. Doch nachdem die Grobauswahl der besonders aussichtsreichen Turnaround-Aktien erfolgt ist, ergänzt der Mensch das System um einen Fundamentalcheck. Hier kommt neben dem Zahlencheck menschliche Intuition ins Spiel, die der Computer noch nicht leisten kann. So wird vor der Aufnahme einer Aktie ins Musterdepot der Turnaround-Formel in der Regel der Kontakt zum Vorstand einer Firma gesucht: Wie reagiert der Topmanager auf kritische Fragen, ist die Zuversicht gespielt oder echt? Und die Symbiose aus Maschine und Mensch funktioniert.

604 Prozent Plus dank Formel

Der Backtest für den technischen Teil des Systems zeigt, dass der Gesamtmarkt jährlich um 15 Prozent outperformt werden kann. Seit 2005 hat die Anwendung der Formel zu einem Plus von 604 Prozent geführt. Auch in der Praxis hat das System nun deutlich erhöhte Gewinne eingefahren. Zur Startausgabe wurde etwa auf Staramba hingewiesen. Aktuelles Plus seit dem Einstieg im Februar: 312 Prozent. Der gesamte Track Rekord der Turnaround-Formel weist in den ersten fünf Monaten 24 Prozent Zugewinn aus – weit mehr als der DAX (+6 Prozent) und alle anderen Benchmark-Indizes.

Grünes Licht für First Sensor

OHB und First Sensor haben beide kürzlich ein Signal der Turnaround-Formel erhalten. Hinzu kommt eine attraktive fundamentale Bewertung, ein starkes Management und eine stimmige operative Langfrist-Perspektive. Der Top-Tipp ist First Sensor. Wie deren Sensoren ist auch die Turn­around-Formel 24 Stunden am Tag hellwach und scannt das Aktienuniversum.

Die neue Ausgabe der AKTIONÄR Turnaround-Formel erscheint Ende Juli.

Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 28/2017 erschienen.