Auftragsplus für deutsche Elektroindustrie - Ausblick trübt sich ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Auftragsbücher der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben sich im Juli wieder ordentlich gefüllt. Nachdem die Neubestellungen zuletzt stagniert hatten, gingen nach Angaben des Branchenverbandes ZVEI in dem Monat 16,7 Prozent mehr Aufträge ein als ein Jahr zuvor. "Der wertmäßige Anstieg fiel damit höher aus als im Durchschnitt des ersten Halbjahrs", erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann am Freitag in Frankfurt. "Zu verdanken war dies auch, aber nicht nur, Großaufträgen."

Die Inlandsbestellungen legten den Angaben zufolge im Juli zum Vorjahresmonat um 19,5 Prozent zu, aus dem Ausland gingen 14,3 Prozent mehr Orders ein als vor einem Jahr. In den sieben Monaten von Januar bis einschließlich Juli übertrafen die Bestellungen den Wert des Vorjahreszeitraums nach ZVEI-Berechnungen um 13,3 Prozent. Die Umsätze der Branche lagen demnach in den sieben Monaten in Summe mit 123,8 Milliarden Euro um 9,1 Prozent über Vorjahresniveau.

Wie andere Branchen hat auch die Elektroindustrie mit Materialknappheit und Lieferengpässen zu kämpfen. Im August bewertete nach Angaben des Verbandes der Elektro- und Digitalindustrie dennoch die Hälfte der Firmen in der Branche ihre wirtschaftliche Situation als gut. 45 Prozent beschrieben sie als stabil, 5 Prozent als schlecht. Mit Blick auf die nächsten sechs Monate erwarten 11 Prozent der Unternehmen anziehende Geschäfte, 52 Prozent rechnen mit gleichbleibenden und 37 Prozent mit rückläufigen Aktivitäten. Damit fiel die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage besser aus als im Juli, der Ausblick jedoch ist trüber geworden.