Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe im November stark gesunken

Der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe ist im November stark gesunken. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte, gingen die Aufträge im Vergleich zum Vormonat Oktober um 5,3 Prozent zurück. Insbesondere der Anteil der Großaufträge fiel laut Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) "stark unterdurchschnittlich" aus. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sprach von einem "herben Rückschlag für die deutsche Wirtschaft".

Im Vormonat Oktober hatte ein starkes Auftragsplus aus dem Ausland noch für eine leichte Zunahme der Bestellungen bei deutschen Unternehmen gesorgt. Die Auslandsnachfrage ging im November dann jedoch den Statistikern zufolge stark zurück. Aus den Ländern des Euroraums wurde 10,3 Prozent und von Drittstaaten 6,8 Prozent weniger bestellt. Die Nachfrage im Inland verringerte sich demnach leicht um 1,1 Prozent.

"Damit setzt sich der seit Februar letzten Jahres zu beobachtende Abwärtstrend wieder verstärkt fort, nachdem es im Oktober zu einer kurzen Stabilisierung gekommen war", erklärte das BMWK. Im Detail gehe dies vor allem auf ausbleibende Großaufträge im sonstigen Fahrzeugbau zurück: Das Auftragsvolumen bei Schienen-, Luft- oder Raumfahrzeugen sei um 40,9 Prozent eingebrochen, die Bestellungen aus dem Euroraum sogar um 69,1 Prozent.

Auch bei der Nachfrage nach deutschen Metallerzeugnissen und im Maschinenbau gab es laut Ministerium deutliche Rückgänge. Leichte Zunahmen verzeichnete die Auto- und die Chemieindustrie. Spürbar mehr Aufträge (8,2 Prozent) gab es für Hersteller pharmazeutischer Erzeugnisse.

Der Auftragsbestand in der Industrie sei "nach wie vor hoch, was die Produktion am aktuellen Rand stützt", erklärte das Wirtschaftsministerium. "Die Auftragsdaten zeigen aber, dass die Industrie einen schwierigen Winter durchläuft, auch wenn sich die Geschäftserwartungen der Unternehmen zuletzt verbessert haben."

"Die stark gesunkenen Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind ein herber Rückschlag für die deutsche Wirtschaft", erklärte Jupp Zenzen vom DIHK. "Gefüllte Auftragsbücher waren viele Monate ein Lichtblick für viele Unternehmen. Diese Polster schmelzen nun immer mehr weg. Eine Winterrezession rückt damit näher."

pe/cha