So soll der neue Vorstand der Deutschen Bank aussehen

Die Nachfolge von Deutsche-Bank-Chef John Cryan steht nun offiziell fest. Er wird vom Privatkundenbanker Christian Sewing abgelöst.


Die Deutsche Bank soll ihre Führungsspitze komplett umbauen. In einer Krisensitzung schlug der Aufsichtsratschef Paul Achleitner vor, Christian Sewing mit sofortiger Wirkung zum neuen Vorstandschef zu küren. Der 47-jährige Bielefelder soll den Briten John Cryan beerben, der bereits Ende April die Bank verlassen wird. Hinter Sewing will Achleitner mit Karl von Rohr und Garth Ritchie zwei stellvertretende Vorstandsvorsitzende installieren. Die Bank wollte das nicht kommentieren.

Bislang ist Sewing gemeinsam mit dem Investmentbanker Marcus Schenck Vize-Vorstandschef. Schenck, der gemeinsam mit Garth Ritchie im Vorstand für das Investmentbanking zuständig ist, will das Institut verlassen. Künftig soll Ritchie allein die Sparte leiten. Durch seine Berufung zu einem von zwei Stellvertretern Sewings würde er gleich doppelt befördert. Zu den Gewinnern des Revirements würde danach auch Frank Strauß gehören, der durch die Beförderung Sewings alleiniger Chef der Privatkundensparte der Bank würde.

Im Aufsichtsrat gab es zum Personalpaket allerdings eine teils hitzigen Debatte, wie in Finanzkreisen zu hören ist. Nicht nur inhaltlich gab es danach Redebedarf, sondern auch darüber, wie die Sitzung zustande kam. Aufsichtsratschef Paul Achleitner hatte die Telefonkonferenz nicht nur sehr kurzfristig einberufen, er hatte den Aufsichtsrat im Vorfeld außerdem nicht in die Nachfolgesuche eingebunden.


Einem Teilnehmer zufolge soll sich mindestens ein Aufsichtsratsmitglied über die Art und Weise der Sitzung beschwert haben sowie darüber, dass man den Aufsichtsrat vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Derzeit wird weiter debattiert.


Hinweis: In einer früheren Fassung hieß es noch, der Aufsichtsrat habe das Personalpaket bereits beschlossen. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.