Aufsichtsräte legen nach Übernahme Ämter nieder

Die Finanzinvestoren Cinven und Bain wollen nach der Übernahme bei Stada durchregieren. Im Kontrollgremium des Pharmakonzerns kommt es nun zu ersten personellen Veränderungen.


Nach der Übernahme durch die Finanzinvestoren Cinven und Bain verändert sich beim Pharmakonzern Stada die Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Die Kontrolleure Carl Ferdinand Oetker, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Rolf Hoffmann, Birgit Kudlek, Tina Müller und Gunnar Riemann legen zum 25. September 2017 ihre Ämter nieder, teilte Stada am Freitag mit.


Den Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven war es jüngst im zweiten Anlauf geglückt, Stada mehrheitlich zu übernehmen. Sie hatten sich 63,85 Prozent am Unternehmen gesichert. Einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag muss die Hauptversammlung allerdings mit 75 Prozent Stimmenmehrheit billigen. Bis zum 1. September läuft noch eine verlängerte Annahmefrist, die etwa bestimmte Index-Fonds nutzen könnten.

Unklar ist weiterhin, was der umtriebige Investor Paul Singer mit seinem Stada-Anteil vor hat. Nach einer Stimmrechtsmitteilung vom Donnerstag hat er seinen Einfluss noch ausgebaut und verfügt direkt und indirekt über Zugriff auf 11,59 Prozent der Stimmrechte. Singer dürfte auf ein besseres Angebot als die von Bain und Cinven gebotenen 66,25 Euro je Aktie spekulieren.

Im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag werden die Finanzinvestoren den anderen Aktionären ein neuerliches Angebot machen und ihnen für die Dauer des Vertrages einen Ausgleich zahlen. Die Details müssen nun in den Verhandlungen mit dem Vorstand festgezurrt werden.