Aufschwung am Arbeitsmarkt erreicht in diesem Jahr laut Institut Höhepunkt

Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt wird einer Prognose zufolge in diesem Jahr einen Höhepunkt erreichen

Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt wird einer Prognose zufolge in diesem Jahr einen Höhepunkt erreichen. Es werde so viele Erwerbstätige wie noch nie im vereinigten Deutschland und auch so wenige Arbeitslose wie noch nie geben, teilte das zur Bundesagentur für Arbeit zählende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung am Donnerstag in Nürnberg mit. Auch die Integration von Flüchtlingen in Arbeit schreite voran.

Nach der IAB-Prognose steigt die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum vergangenen Jahr um 650.000 auf 44,94 Millionen Menschen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wird demnach sogar um 760.000 Menschen auf rund 33 Millionen steigen, was ebenfalls ein neuer Rekordwert sei. Unter den geflüchteten Menschen werde die Erwerbstätigkeit um rund 100.000 zunehmen.

Bei der Zahl der Arbeitslosen erwartet das IAB im Jahresdurchschnitt einen Rückgang um rund 200.000 im Vorjahresvergleich auf 2,33 Millionen. Das wäre der tiefste Stand seit 1990. Die Prognose errechnete das IAB auf einem erwarteten Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,1 Prozent. IAB-Experte Enzo Weber erklärte, es sei allerdings zu erwarten, dass in diesem Jahr der Konjunktur-Höhepunkt erreicht sei.

Den größten Zuwachs bei der Beschäftigung erwarten die Arbeitsmarktforscher im Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Stellenzuwachs von 230.000. Nur in der Finanzbranche werde es voraussichtlich einen Rückgang geben; dieser werde wohl um die 10.000 Stellen betreffen.

Dem IAB zufolge ist das Risiko in Deutschland entlassen zu werden inzwischen so niedrig wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Betriebe würden ihre Beschäftigten halten, da verfügbare Arbeitskräfte zunehmend knapper werden. So werde das Potenzial von möglichen Erwerbstätigen in diesem Jahr mit 47,23 Millionen ebenfalls einen Rekordstand erreichen.

Der Zuwachs des Erwerbstätigenpotenzials von 260.000 sei aber nicht mal halb so groß wie der Zuwachs der Erwerbstätigkeit. Mehr Erwerbstätige gibt es vor allem durch die Gruppe der Flüchtlinge; dazu kommen weiter steigende Erwerbsquoten von Frauen und älteren Menschen.