Aufruf gegen religiöse Intoleranz gewinnt bei Wettbewerb der Sambaschulen in Rio

Gewinner-Show bei Samba-Wettbewerb zum Karneval von Rio (AFP/Mauro Pimentel) (Mauro Pimentel)

Eine Show gegen religiöse Intoleranz hat beim traditionellen Karnevalswettbewerb der Sambaschulen im brasilianischen Rio de Janeiro gewonnen. Eine Jury zeichnete die Schule Grande Rio am Dienstag für eine Parade aus, die Religionen afrikanischer Herkunft in den Mittelpunkt rückte. Diese Religionen werden von den in Brasilien einflussreichen evangelikalen Kirchen dämonisiert. Es handelte sich um den ersten Sieg für die Schule aus dem verarmten Vorort Duque de Caxias überhaupt.

Bei ihrem Auftritt rückten die Tänzer die Gottheit Exú in den Mittelpunkt. Exú ist unter anderem Gottheit der Straßen und Beweglichkeit und in afro-brasilianischen Religionen wie Candomblé und Umbanda für die Kommunikation zwischen Menschen und Göttern verantwortlich. "Wir haben unsere Parade als Verteidigung unserer Überzeugungen gegen religiösen Rassismus und die Dämonisierung von Exú konzipiert", sagte der kreative Leiter der Schule, Leonardo Bora.

Beim traditionellen Wettbewerb im 70.000 Zuschauer fassenden Sambodrom waren am vergangenen Wochenende hunderte Tänzer aus insgesamt zwölf Schulen gegeneinander angetreten. Die Gewinnerschule ist erst 1988 gegründet worden. Von den sechs besten Schulen, die in diesem Jahr ausgezeichnet wurden, haben fast alle Rassismus und religiöse Intoleranz in den Mittelpunkt gerückt. Diese Probleme haben sich in den vergangenen Jahren unter dem rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro, der von vielen Evangelikalen unterstützt wird, deutlich verschlimmert.

fml

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