Aufregung um Bildstörung: „Anne Will“ und der Pannen-Talk zum G20-Gipfel

Anne Will unterbrach ihre Sommerpause für eine Sendung zum G20-Gipfel. (Bild: NDR/Wolfgang Borrs)

Eigentlich befindet sich Anne Will ja gerade in der Sommerpause. Die Talk-Auszeit wurde jedoch unterbrochen, um über die Gewaltexzesse im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg zu sprechen. Doch die Sendung verlief am Ende anders, als geplant.

Die Bilder gingen um die Welt: Brennende Autos, verwüstete Geschäfte, die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein – Hamburg im Ausnahmezustand. Circa 130 Millionen Euro Schäden haben sich angesammelt, über 20.000 Polizisten waren im Einsatz. Bei „Anne Will“ sollte jetzt Bilanz gezogen werden: War es das wert? Oder bringen solche Treffen von Staats- und Regierungschefs letztlich ohnehin nichts?

Zu Gast waren Peter Altmaier, CDU-Politiker und Chef des Bundeskanzleramtes, Olaf Scholz (SPD), der Erste Bürgermeister von Hamburg, die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt, der ehemalige US-Botschafter John Kornblum sowie Jan Reinecke, der Hamburger Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, und Georg Restle, Redaktionsleiter und Moderator des Polit-Magazins „Monitor“.

Olaf Scholz musste sich für viel diskutierte Aussagen rechtfertigen. (Bild: NDR/Wolfgang Borrs)

Es ging direkt mit dem Gast los, der in den letzten Tagen für einigen Wirbel gesorgt hatte. Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz hatte gesagt: „Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist“, und betont: „Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus.“ Der Politiker erklärte, seine Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, betonte jedoch, die Polizei habe „Heldenhaftes“ geleistet, es habe niemals an „Kapazitäten und Fähigkeiten“ gemangelt.

Der Hamburger Polizist Jan Reinecke war der Meinung, seine Kollegen hätten von Anfang an keine Chance gehabt. Man sei „in ein Dilemma geraten, das so nicht zu stemmen war“. Mitunter seien die Einsatzkräfte nicht rechtzeitig vor Ort gewesen, weil sie zum Schutz der Politiker und Diplomaten gebraucht wurden.

Moderatorin Anne Will wurde von einer technischen Störung überrascht. (Bild: NDR/Wolfgang Borrs)

Gerade, als Kanzleramtschef Altmaier als Merkels Stellvertreter zu Wort kommen sollte, kam es plötzlich zum Aufreger des Abends – plötzlich wurde die Sendung unterbrochen. Minutenlang wurde ein Störbild eingeblendet. Erst um 22:10 Uhr ging es weiter. In der Zwischenzeit hatte man in der Talkrunde weiter diskutiert.

Wodurch genau die Störung zustande kam, ist bislang unklar: „Wir hatten eine technische Störung und bitten um Entschuldigung“, teilte die ARD via Twitter mit. Als sie wieder auf Sendung war, erklärte Moderatorin Anne Will: „Wir vermuten erst mal nichts Böses“.

Die Bildstörung schien für die Zuschauer sinnbildlich für die Talkrunde zu sein: „Bei diesem Talk ging alles schief“, so das Fazit zahlreicher User.

Die Fragen, warum ein so brisanter Gipfel in einer Großstadt wie Hamburg ausgetragen wurde, oder ob das Vorgehen der Polizei noch zur Potenzierung der Gewalt beigetragen hat, blieben unbeantwortet.