Aufregung bei Opel: So will der neue Chef die Sorge um Werksschließungen zerstreuen — und dieses Auto soll dabei helfen

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Opel-Chef Hochgeschurtz bei der Vorstellung des neuen Opel Astras.
Opel-Chef Hochgeschurtz bei der Vorstellung des neuen Opel Astras.

Die Automobilbranche steht vor einem großen Wandel. Die Zukunft liegt in der Elektromobilität. Viele Beschäftigte sorgen sich um ihren Job. Erst am Freitag mobilisierte die IG Metall deutschlandweit 50.000 Demo-Teilnehmer. Demonstriert wurde dabei auch vor dem Opel-Werk. Der neue Konzernchef Uwe Hochgeschurtz will die Wogen glätten und verspricht im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ): "Wir behalten alle Werke."

Dennoch werden Stellen bei Opel gestrichen. Opel hatte Anfang 2020 beschlossen, bis Ende 2021 rund 2100 Stellen in Deutschland durch freiwillige Maßnahmen abzubauen. Die Angebote seien allerdings nicht ausreichend angenommen worden, heißt es. Zudem will Opel den Werkzeugbau in seinem Stammwerk in Rüsselsheim schließen. Zum Jahresende sollen alle bestehenden Projekte auslaufen. Damit geht der Autobauer auf Konfrontation mit dem Betriebsrat. Erst vor vier Monaten hatte das Management zugesichert, 160 der 260 Stellen zu erhalten. Die restlichen 100 Angestellten sollten einen gleichwertigen Job erhalten.

Das Misstrauen der Beschäftigten ist hoch. Hochgeschurtz hält gegen die Vorwürfe. "Wir halten unsere Verträge ein", sagt er in der "FAZ". Dass bei der Umstellung jedoch nicht alle Mitarbeiter mitgenommen werden können, stellt der Opel-Chef auch klar. "Wir werden weniger Jobs mit mechanischen Fähigkeiten benötigen, dafür mehr, die mit Chemie oder Software zu tun haben", so Hochgeschurtz.

Opel-Chef spricht sich gegen Werkschließungen aus

Mögliche Gerüchte um ganze Werkschließungen wie in Eisenach bremst er ebenfalls aus. "Eisenach leidet auch unter der Chipkrise. Unser Plan sieht unverändert vor, die Produktion Anfang nächsten Jahres wieder aufzunehmen, sofern es die Versorgungslage erlaubt." Für Hochgewurtz steht trotzdem fest: : "Wir behalten alle Werke. Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern sind und bleiben unsere Fabriken in Deutschland."

In die Zukunft soll beim Autobauer unter anderem ein neues Batteriezellenwerk in Kaiserslautern führen. Der große Hoffnungsträger bleibt dabei auch weiterhin der Opel Astra. Bisher wurde die neueste Version des Klassikers nur im Ausland gefertigt. Nun hat Opel von der Mutterfirma Stellantis auch den Zuschlag für die Produktion im Stammsitz in Rüsselsheim erhalten. Eigentlich ein positives Zeichen – Hochgeschurtz betont jedoch, dass Rüsselsheim zwar auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werde, der Konzern jedoch einige seiner Tätigkeiten ins Ausland verlagern werde, um näher an den Märkten zu sein – und von Niedriglöhnen zu profitieren. Wie rosig die Zukunft der Opel-Mitarbeiter an den deutschen Standorten aussieht, bleibt also auch weiterhin offen.

kh

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