Aufreger: Wer bei Twitter #bisexuell eingibt, bekommt keine Ergebnisse angezeigt

Dass Twitter Hastags wie “bisexuell” blockiert, regt die User auf. (Bild: ddp images)

Im Netz regt sich heftiger Widerstand gegen Twitter, weil der Kurznachrichtendienst eine ganze Bevölkerungsgruppe ausgrenzt. Zunächst war Usern in den USA aufgefallen, dass die Suche nach News oder Medien mit dem Hashtag “bisexual” (bisexuell) ins Leer lief. Nur eines von mehreren Worten, die Twitter offensichtlich blockiert.

Dass man bei der Twitter-Suche nach “bisexual” oder “bisexuality” leer ausgeht, ist schon ziemlich befremdlich. Schaut man sich aber an, dass die Hashtags “gay” (schwul) und “lesbian” (lesbisch) sehr wohl Ergebnisse anzeigen, versteht man die twittersche Zensur gar nicht mehr und es ist klar, dass Bisexuelle sich hier diskriminiert fühlen.

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Das macht auch der Kontext der anderen Wörter nicht besser, deren Suche ebenfalls im Nirwana endet. Dazu gehören etwa #boobs (Brüste) und #butt (Hintern) – Begriffe also, die eher sexuell besetzt sind und auf pornografische Inhalte hinweisen könnten. Wie hohl das dahinterstehende Twitter-Blockier-Konzept ist, hat zum Beispiel Angus Johnston aufgezeigt. Der Professor der City University of New York tweetete zum Thema: “Man kann also auf Twitter nach Fotos zu den Wörtern ‘Vulva‘, ‘Brust‘ oder ‘Nippel‘ suchen, aber nicht nach ‘Vagina‘, ‘Klitoris‘ oder ‘Penis‘.” Von Logik kann da keine Rede sein.

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Die Website “Mashable” weist zudem daraufhin, dass sich Twitter andererseits aber nicht an tatsächlich alarmierenden Hashtags wie etwa dem rechtsradikalen #whitepride störe. In den USA schlug das Thema schnell große Wellen, und auch hierzulande zogen die User nach. Auch in Deutschland bekommen User unter den Hashtags „bisexuell“ oder „Bisexualität“ nichts angezeigt. Inzwischen hat das Support-Team von Twitter reagiert und spricht in einem Tweet von einem Fehler. Twitter entschuldige sich für den Umstand und arbeite bereits an einer Lösung.