Aufgepasst bei der Auszahlung von fondsgebundenen Lebensversicherungen

Stefanie Kühn
Finanzexpertin Yahoo Finanzen
Bei der Auszahlung von fondsgebundenen Lebensversicherungen kann es derzeit zu unschönen Überraschungen kommen (Symbolbild: ddp images)

Derzeit sind die Börsen deutlich unruhiger als noch vor einem Jahr. Fast schon schien es, dass viele Anleger davon ausgingen, dass die Aktienmärkte stets sanft nach oben schaukelten und ihre Depotauszüge und Berichte von fondsgebundenen Lebensversicherungen ungelesen in die Ordner hefteten.

Für Besitzer von fondsgebundenen Lebensversicherungen, die aktuell auslaufen, könnte es böse Überraschungen geben. Auf dem letzten Jahresbrief oder der Ankündigung der Auflösungs-Auszahlung steht noch ein schöner Wert – und bei der Auszahlung ist es dann deutlich weniger.

Was können Anleger tun, um nicht in diese Falle zu laufen?

  1. Überprüfen Sie Ihre fondsgebundenen Lebensversicherungen jedes Jahr. Sind die Fonds noch gut bewertet? Passt die Struktur zu Ihrer Risikoeinstellung? Ist ein Fonds vielleicht zu stark gewichtet? Passen Sie den Bestand und/oder die Sparrate an.
  2. Sollte Ihre Lebensversicherung noch weniger als fünf Jahre laufen, überlegen Sie, ob Sie eventuell von Aktien- in Mischfonds oder Rentenfonds umschichten. Rentenfonds würden allerdings in Zeiten steigender Zinsen auch Kursverluste verbuchen. Wenn Sie sich nicht entscheiden können und z.B. die Aktienfonds eigentlich gut zu Ihnen passten, gibt es auch eine weitere Möglichkeit: Sie können sich die Fondsanteile in ein Depot übertragen lassen, anstatt die Auszahlung auf ein Konto zu wählen. Dies wird von den Versicherungen jedoch meistens nicht aktiv angeboten.
  3. Läuft die Versicherung in ein bis zwei Jahren aus und Sie wissen bereits, dass Sie das Geld als Summe benötigen, dann ist eine Umschichtung in einen – vermutlich renditelosen – Geldmarktfonds eine Alternative. Hier bestehen kaum Risiken, dass der Wert schwankt.

Überlegen Sie auch einmal grundsätzlich, ob Ihre fondsgebundene Lebensversicherung zu Ihren Anlagen passt. Die Verträge sind in der Regel teuer, die Fondspalette oft sehr begrenzt. Wenn Sie auf der anderen Seite gerade ein Darlehen haben, welches Sie ablösen könnten oder Sie Sondertilgungen tätigen könnten, dann wäre es auch eine Überlegung, die Versicherung aufzulösen. Bei einem Abschluss vor 2005 und mindestens fünf Jahren Einzahlungsdauer sind diese sogenannten Altverträge steuerfrei.

Viel Erfolg bei der Optimierung Ihrer Anlagen.

Ihre

Stefanie Kühn