Auf dem Mars könnte es „schwebenden“ Sand geben

Der Mars ist mit Eismassen übersät. (Bild ESA/Getty Images)

Auf dem Mars kann Sand „schweben“ – dies zumindest behauptet eine neue Studie der britischen „Open University“. Wie kann das sein?

Auf dem roten Planeten ist es kalt, durchschnittlich etwa -55°C. Doch wie auf der Erde steigen hier die Temperaturen im Sommer – wenn auch nur auf etwa 20°C.
So schmelzen Teile der gewaltigen Eismassen auf dem Planeten. Da in der Atmosphäre des etwa 55 Millionen Kilometer entfernten Himmelskörpers nur ein Hundertstel des Drucks auf der Erde herrscht, kocht das Wasser auch viel schneller als auf unserer Weltkugel. Die dadurch entstehenden kleinen Wassertropfen sind bei der geringen Anziehungskraft stark genug, um kleine Ablagerungen und sogar Sandkörner „anzuheben“.

Jan Raak, einer der Autoren der Studie, zeigte sich von den Ergebnissen beeindruckt. In seinem Institut wurden die Mars-Bedingungen im Labor nachgestellt. Jedoch kommen unter den Wissenschaftlern auch Zweifel auf, ob dafür überhaupt genug Wasser auf dem Planeten vorhanden ist. Wenn es dieses Phänomen gebe, so Raaks Kollege Bruce Jakosky, dann nur in einigen Gegenden. Ob und wie viel Sand letztendlich „schwebt“, lässt sich wohl noch nicht abschließend klären: Die Satellitenbilder des Planeten besitzen nicht genügend Auflösung, um die Teilchen erkennen zu können – und die „Mars-Rover“ meiden das Wasser.