Audi will Autos künftig in Deutschland genehmigen lassen

Audi reagiert auf die Kritik von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: Der Autohersteller will seine neuen Modelle künftig nicht mehr im – mitunter weniger strengen – Ausland genehmigen lassen.

Der Autohersteller Audi hat gegenüber dem Bundesverkehrsministerium signalisiert, dass er seine neuen Modelle künftig in Deutschland genehmigen lassen werde. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Konzernkreisen. Audi reagiert damit auf Kritik von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Es gebe einen „unsägliche Typgenehmigungstourismus“ in Europa, hatte Scheuer kritisiert. Es solle künftig „ein Gütesiegel für saubere Autos sein“, wenn sie eine Typgenehmigung aus Deutschland hätten.
Um neue Modelle vertreiben zu können, benötigen Autohersteller sogenannte Typgenehmigungen.

Bislang beantragte Audi diese Genehmigungen häufig bei der Luxemburger Behörde „Société Nationale de Certification et d'Homologation“ (SNCH). Die Luxemburger haben – wie alle anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auch – das Recht, Typgenehmigungen für den Verkauf in der gesamten EU vergeben. Einige EU-Staaten haben jedoch den Ruf, bei Zulassungsverfahren weniger streng zu sein. So können Hersteller die passenden Behörden auswählen: „Bei Schwächen im Bereich Abgase scheinen vor allem die irische und die niederländische Behörde besonders nachsichtig zu sein, beim Thema Lärm wird Luxemburg empfohlen“, sagt ein Branchenexperte. Das habe Fehlverhalten wie im VW-Abgasskandal gefördert.

Durch den Abgasskandal geriet auch die Luxemburger SNCH, die etliche manipulierte Audi-Fahrzeuge genehmigte, in die Kritik. Nach Presseberichten über Skandal-Fahrzeuge mit Luxemburger Typgenehmigung überprüfte die SNCH eine frühere Genehmigung eines Audi A8 und stieß auf Unstimmigkeiten: „Es stellte sich heraus, dass es bei einem Modell Probleme gibt, wenn ein Nicht-Standard-Test auf dem Prüfstand durchgeführt wird“, erklärte ein Behördensprecher gegenüber der WirtschaftsWoche. Die Produktion dieser Modellvariante, von der insgesamt 3200 Fahrzeuge verkauft worden seien, sei eingestellt worden. Audi bestätigte gegenüber der WirtschaftsWoche den Vorgang.

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