Audi-Vertriebschefin drängt wegen des Wandels der Autoindustrie auf schnelleres Handeln: "Sonst sind wir einfach weg vom Fenster"

Audi rechnet in diesem Jahr mit weniger Verkäufen, aber höheren Gewinnen. Doch wie sieht die Perspektive des Herstellers aus? - Copyright: Nicolas Economou/NurPhoto via Getty Images
Audi rechnet in diesem Jahr mit weniger Verkäufen, aber höheren Gewinnen. Doch wie sieht die Perspektive des Herstellers aus? - Copyright: Nicolas Economou/NurPhoto via Getty Images

Ein halbes Jahr müssen Käufer im Durchschnitt auf ihren neuen Audi warten. Das erklärte Finanzvorstand Jürgen Rittersberger am vergangenen Freitag in Ingolstadt. Die Auftragsbücher seien "sehr gut" gefüllt, sagte der Manager. Dennoch rechnet Audi in diesem Jahr aufgrund von Lieferengpässen und Logistikproblemen mit rund 150.000 Autoverkäufen weniger als geplant. Insgesamt geht das Unternehmen jetzt von 1,65 bis 1,75 Millionen Auslieferungen aus.

Daher korrigierte Rittersberger auch die Umsatzprognose um zwei Milliarden Euro nach unten. Die Konzerntochter von Volkswagen kalkuliert nun mit einem Umsatz zwischen 60 und 63 Milliarden Euro. Trotz dieser Prognose rechnet Audi mit einer höheren Rendite. Denn unter den Engpässen hat die Automobilindustrie insgesamt zu leiden, es kommen weniger Neuwagen auf den Markt. Die Nachfrage steigt, sodass Audi und seine Händler auf Rabatte verzichten können. Rittersberger sprach laut "Wirtschaftswoche" (Wiwo) von einer "sehr starken Preisdurchsetzung".

Allerdings trüben sich die Aussichten für Audi offenbar ein. Vertriebschefin Hildegard Wortmann bezifferte den Auftragsbestand im "Wiwo"-Podcast "Chefgespräch" auf 1,9 Millionen Fahrzeuge. Sie sagte allerdings auch: "Wir sehen erste Wolken aufziehen, was die Absatzentwicklung angeht." Wortmann warf in dem Gespräch auch einen Blick in die Zukunft der Branche. Audi stehe angesichts des Wandels in der Autoindustrie vor einer "fundamentalen Veränderungsnotwendigkeit". Sie sieht auch das eigene Unternehmen in seiner Existenz bedroht. Und fordert daher rasches Handeln. "Bei den Herausforderungen, die die Autoindustrie hat, müssen wir uns noch schneller ändern – sonst sind wir einfach weg vom Fenster", sagte Wortmann der "Wiwo".

Fu