Audi rüstet deutsche Werke für Elektroautos

Audi bereitet seine Stammwerke in Ingolstadt und Neckarsulm jetzt für den Bau von Elektroautos vor. Der Betriebsrat gibt sich aber immer noch nicht zufrieden – und fordert jetzt konkrete Modellzusagen bis Jahresende.


Audi bereitet seine Werke weltweit auf die Produktion von Elektroautos vor. „Künftig fahren in jedem unserer Werke auch Elektroautos vom Band“, sagte Vorstandschef Rupert Stadler am Mittwoch vor der Belegschaft in Ingolstadt. Damit rüstet die VW-Tochter die Produktion nicht nur am Stammsitz in Ingolstadt sowie in Neckarsulm und Brüssel um, sondern auch in Ungarn und Mexiko, wie ein Sprecher erklärte.

Die Entscheidung ist auch ein Erfolg für den Betriebsrat. Nachdem bekannt wurde, dass das erste Elektroauto von Audi im Werk Brüssel gebaut werden soll, hatte sich die Arbeitnehmervertretung um den Vorsitzenden Peter Mosch stark dafür eingesetzt, auch in Neckarsulm und Ingolstadt die zukunftsträchtigen E-Autos zu bauen. Dabei hatte Mosch Unternehmenschef Stadler öffentlich stark kritisiert. Die Belegschaft hatte befürchtet, die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm könnten bei der Vergabe neuer Stromautos ins Hintertreffen geraten.

Nach Stadlers Ankündigung forderte der Betriebsrat nun konkrete Modellzusagen für Ingolstadt bis Ende des Jahres. „Wir brauchen Klarheit und die fordern wir ein“, sagte Mosch. Spätestens bis zum Jahresende wolle die Belegschaft Ergebnisse sehen. Audi will bis 2025 mehr als 20 elektrifizierte Fahrzeuge auf den Markt bringen. Davon sollen rund ein Dutzend rein elektrisch unterwegs sein, der Rest kommt als Hybridwagen, die einen herkömmlichen Verbrenner mit eine Stromantrieb kombinieren.




Im August hatte Audi vier neue Vorstände für Produktion, Finanzen, Personal und Vertrieb berufen. Entwicklungsvorstand Peter Mertens sagte vor rund 7000 Mitarbeitern auf der Betriebsversammlung: „Noch vor 2025 werden wir bei Audi mehr als 20 elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen. Rund ein Dutzend Modelle wird rein elektrisch unterwegs sein.“ Die andere Hälfte seien Plug-in-Hybride. Mosch betonte, in Ingolstadt müssten weiterhin Autos mit konventionellen Antrieben gebaut werden: „Nur so kann eine nachhaltige Auslastung des Werks garantiert werden.“

Volkswagen hatte jüngst seine Investitionen in die Elektromobilität massiv erhöht. Bis 2025 sollen die Konzernmarken mehr als 80 neue Elektromodelle an den Start bringen, darunter rund 50 rein batteriebetriebene Fahrzeuge. Die Zahl soll danach steigen. Spätestens 2030 soll es von jedem der konzernweit rund 300 Modelle mindestens eine elektrifizierte Variante geben.