Motorsportchef: DTM für Audi derzeit einzige Option

Audi-Motorsportchef Dieter Gass spricht über die Alternativen zur DTM


Einige Automobilkonzerne richten ihre Motorsportprogramme für die Zukunft neu aus und legen den Fokus auf das Thema E-Mobilität. So wurde im Hause Porsche der Ausstieg aus der LMP1-Kategorie in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) beschlossen und bei Mercedes der Abschied aus dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) für Ende 2018 angekündigt. Beide mit dem Ziel, sich künftig werksseitig in der Elektro-Rennserie Formel E zu engagieren.

Auch Audi wird in der kommenden Formel-E-Saison als Werksmannschaft an den Start gehen, doch auf ein Tourenwagen-Projekt können und wollen die Ingolstädter (noch) nicht verzichten. Und die DTM biete die ideale Marketing-Plattform für die Marke mit den vier Ringen.

"Im Moment gibt es auf diesem Level von Tourenwagen-Sport nur die DTM", sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Eine andere Tourenwagen-Rennserie, beispielsweise die Tourenwagen-WM (WTCC), komme für Audi derzeit nicht in Frage. "Die DTM hat deutlich mehr Zuschauer als die WTCC", so der Audi-Mann weiter.

DTM hat Priorität

Falls es nach dem Mercedes-Ausstieg nach der Saison 2018 keine langfristige Lösung für die Zukunft der DTM geben sollte, werde man die verbleibenden Optionen evaluieren, aber: "Momentan gibt es für uns nur die DTM", erklärt Gass.

Eine mögliche Aufwertung der DTM zu einer Weltmeisterschaft oder die Zusammenlegung der DTM mit der zuletzt schwächelnden WTCC verweist er ins Reich der Fabeln. "Es gibt immer wieder Diskussionen um eine Weltmeisterschaft mit einem ähnlichen Reglement. Aber Stand heute gibt es keine Gespräche darüber, das ist rein hypothetisch", so der Audi-Motorsportchef weiter.

Bei Audi und auch bei BMW setzt man die Hoffnungen darauf, dass ein neuer Hersteller den Weg in die DTM findet und die deutsche Tourenwagen-Serie dadurch stabilisiert und langfristig gesichert wird. Um die DTM für Interessenten attraktiver zu machen, müsse man Kompromisse eingehen, sagt BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt: "Das wird sicherlich auch dazu führen, dass wir vielleicht hier gewillt sein müssen, aus unserer Welt auszubrechen und radikalere Veränderungen akzeptieren müssen."

Den Verantwortlichen um DTM-Chef Gerhard Berger bleiben noch knapp eineinhalb Jahre, um die DTM auf sichere Beine zu stellen und mit allen Beteiligten den Grundstein für eine aussichtsreiche Zukunft zu legen.

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