Audi-Manager will aussagen

Der inhaftierte Ex-Audi-Manager will Berichten zufolge mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Er war letzte Woche wegen Verwicklung in die Abgasaffäre festgenommen worden.


Der seit vergangener Woche wegen der Abgasaffäre inhaftierte Audi-Manager will mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Sein Anwalt Walter Lechner sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag): „Mein Mandant sagt aus. Er kooperiert mit der Staatsanwaltschaft, um seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts zu leisten.“ Der Festgenommene war bis zu seiner Beurlaubung 2015 einer der führenden Motorenentwickler bei der Volkswagen-Tochter Audi und ist offenbar stark in die Abgasaffäre verwickelt.

Die Münchener Staatsanwaltschaft hatte am Freitag mitgeteilt, dass ihm Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen werden. Dem „SZ“-Bericht zufolge hat die Staatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass er dazu beigetragen hat, die amerikanischen Umweltbehörden jahrelang mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß von Diesel-Fahrzeugen zu täuschen. Sein Anwalt sieht die Verantwortung dafür aber nicht bei seinem Mandanten. „Fest steht jedenfalls, dass mein Mandant nicht die unternehmenspolitische Entscheidung hierfür treffen konnte und auch nicht getroffen hat.“

P. ist auch in den Fokus der US-Ermittler geraten. Vergangene Woche hatte das US-Justizministerium an einem Bezirksgericht in Detroit Anzeige gegen den italienischen Staatsbürger gestellt. Ihm werden dort Verschwörung, Betrug und Verstöße gegen US-Umweltgesetze vorgeworfen. Der 60-Jährige sei von 2006 bis 2015 Leiter eines Ingenieurteams bei der VW-Tochter in Neckarsulm gewesen, das Abgaskontrollsysteme entwickelt habe, teilte das Justizministerium mit. Er habe seine Angestellten angewiesen, eine Software zu entwickeln, um bei Abgastests der US-Umweltschutzbehörde zu betrügen.




Ingenieure, die die Schummel-Software entwickelt haben, hätten im Jahr 2008 eine Präsentation über das System an leitende Manager von Audi gesendet, darunter sei auch der Ex-Manager gewesen, gegen den nun die Anzeige eingeleitet wurde, hieß es in den Unterlagen des Justizministeriums. Im gleichen Jahr seien mehrere Audi-Manager zu dem Schluss gekommen, das eine Anwendung der Software „unhaltbar“ sei.

2013 habe es einen Vorschlag gegeben, das System mit den zuständigen Behörden in den USA zu besprechen. Der heute 60-Jährige habe eine Offenbarung gegenüber der Behörden aber als „zu riskant“ bezeichnet, hieß es in den Gerichtsunterlagen.