Audi-Aufholjagd: McNish hätte "nie im Leben daran geglaubt"

Norman Fischer
Allan McNish hätte seinem Audi-Team nach dem Rennen von Santiago keine Chance mehr auf den Titel eingeräumt und schwärmt von einem der besten Comebacks

Als Audi beim Formel-E-Rennen in Santiago mit einem Doppelausfall enttäuscht nach Hause reiste, hätte das Team nicht gedacht, dass man am Ende noch so erfolgreich sein würde. Denn nach dem vierten Rennen hatte der Hersteller gerade einmal zwölf Pünktchen auf dem Konto und lag an vorletzter Stelle der Meisterschaft. "Nie im Leben hätte ich da gedacht, dass wir eine Chance hätten", sagt Teamchef Allan McNish auf den Teamtitel angesprochen.

Denn Audi hatte bis dahin eine wahre Horrorsaison erlebt. Lucas di Grassi stand als amtierender Meister noch bei null Punkten, nachdem Probleme mit dem Inverter ihn heimgesucht hatten. Daniel Abt konnte mit einem fünften und einem zehnten Platz zwar punkten, schied in Santiago aber nach einer Kollision aus - und dann wäre da ja noch die Disqualifikation von Hongkong, wo Abt eigentlich gewonnen hätte, aufgrund eines falschen Stickers aber aus der Wertung genommen wurde.

Zu diesem Zeitpunkt hatte man noch Rang fünf oder vier in der Meisterschaft angepeilt - auf keinen Fall aber Rang drei oder zwei, wie McNish zu 'Motorsport.com' sagt. Doch es folgte eine beispiellose Aufholjagd. In den verbleibenden acht Rennen schaffte es Audi, immer ein Auto unter die Top 2 zu bekommen. Viermal siegte man, zweimal sprang sogar ein Doppelsieg dabei heraus.

Am Ende schlug man Techeetah um gerade einmal zwei Zähler. "Manchmal ist das Glück mit den Tüchtigen", sagt McNish, für den es sich immer noch etwas surreal anfühlt, wie er meint. "Ich bin aber auch sehr stolz, weil wir in der Lage waren, eines der größten Comebacks hinzulegen, die ich je bei Audi erlebt habe. Ich habe schon ein paar erlebt - aber das war definitiv eines der besten."