Au revoir Monsieur Paul

Sie sind zu Hunderten aus der ganzen Welt angereist, um Paul Bocuse das letzte Geleit zu geben. Viele dieser Köche haben bei ihm gelernt, andere kannten ihn nur flüchtig. Doch mit seinem Einfallsreichtum und seiner Großzügigkeit wurde Paul Bocuse für sie alle zum Vorbild.

Claude Legras, Sternekoch aus der Schweiz sagt: „Er war ein so freundlicher Mann. Er hat uns Köche wie seine eigenen Kinder behandelt. Wir mussten heute einfach hier sein.“

„Niemand hat unser Handwerk so geprägt wie er. Er hat die Köche aus der Küche herausgeholt“, erklärt Mathieu Vianney, Spitzenkoch aus Lyon.

Auch Sternekoch Pierre Orsi aus Lyon kannte Bocuse persönlich: „Es gibt fast nichts, was Bocuse nicht erlebt hat. Er wird für immer ein Vorbild für uns Köche bleiben. Merci Monsieur Paul.“

Die offizielle Trauerfeier fand in der Kathedrale Saint-Jean in Bocuses Heimat Lyon statt. Trotz strömenden Regens haben sich auch vor der Kirche zahlreiche Köche und Bewunderer Paul Bocuses versammelt – darunter Lehrlinge seiner Kochschule „Institut Bocuse."

Eine Schülerin sagt: „Er ist der Mentor einer ganzen Generation von Köchen. Ganz bestimmt ist er der Mentor unserer Schule. Sie trägt seinen Namen. Sein Wirken hat sich in die DNA und den Lehrplan der Schule eingeschrieben.“

„Ich bin heute hier, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Weltweit hat er die Kochkunst zum Strahlen gebracht. Er wird uns fehlen“, sagt eine Bewohnerin Lyons, die gerne in Bocuses Restaurant vor den Toren der Stadt essen geht.

Euronews-Reporterin Anne Devineaux hat die Stimmung vor der Kirche eingefangen: „Es regnet in Lyon. Es ist fast so, als weine der Himmel um den Spitzenkoch der französischen Gastronomie. Nach der großen Zeremonie findet die Beisetzung ganz ohne Kameras und im Beisein von Familie und engsten Freunden statt. Sie wollen im kleinen Kreis von Paul Bocuse nehmen.”