Außenminister Le Drian tritt aus Sozialistischer Partei aus

Außenminister Le Drian tritt aus Sozialistischer Partei aus

Frankreichs Sozialisten verlieren ein weiteres politisches Schwergewicht: Außenminister Jean-Yves Le Drian hat am Donnerstag seinen Parteiaustritt verkündet. Er verlasse die Sozialistische Partei (PS) nach 44 Jahren Mitgliedschaft "mit vielen Emotionen" und gleichzeitig "mit viel Stolz", sagte der 70-Jährige dem Sender CNews. Er erinnerte an die politischen Kämpfe, die er an der Seite der früheren Parteivorsitzenden François Mitterrand, Lionel Jospin und François Hollande ausgefochten habe.

Die Partei von Ex-Staatschef Hollande hatte bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2017 und der Parlamentswahl im vergangenen Juni krachende Niederlagen erlitten. Le Drian wurde in den vergangenen Tagen von führenden Sozialisten kritisiert, die ihn aufriefen, sich zwischen Opposition und Regierung zu entscheiden.

Der damalige Verteidigungsminister hatte im Präsidentschaftswahlkampf dem sozialistischen Kandidaten Benoît Hamon die Gefolgschaft verweigert und sich hinter den unabhängigen Kandidaten und späteren Wahlsieger Emmanuel Macron gestellt. Le Drian betonte in dem TV-Interview, er werde sich - anders als etwa Ex-Premierminister Manuel Valls - nicht Macrons Partei La République en Marche (LREM) anschließen.

Le Drian kritisierte die Strategie der Sozialistischen Partei. Anders als die SPD, die mit großer Mehrheit einer Neuauflage der "Kompromissregierung" unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zugestimmt habe, habe sich die PS auf einen "sektiererischen und sterilen" Oppositionskurs begeben.

Frankreichs Sozialisten wollen sich in den kommenden Wochen neu aufstellen. Vier Kandidaten bewerben sich um den Parteivorsitz. Als Favorit auf den Posten gilt der Abgeordnete Olivier Faure. Für die Kür des neuen Parteichefs sind zwei Wahlrunden am 15. und 29. März vorgesehen.