Außenminister Gabriel warnt Türkei-Urlauber: „Man muss sich das sehr überlegen“

Gabriel


Im deutsch-türkischen Streit haben beide Seiten nachgelegt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf am Freitag deutschen Politikern populistische Äußerungen vor und mahnte einen pfleglichen Umgang mit der Regierung in Ankara an. Außenminister Sigmar Gabriel bekräftigte dagegen seine Warnung an Türkei-Reisende vor willkürlichen Festnahmen. Auch Politiker der Grünen und der Linkspartei forderten angesichts der Festnahmen Deutscher in der Türkei eine schärfere Gangart gegenüber Präsident Recep Tayyip Erdogan.

„Wir sehen, dass Stellungnahmen aus Deutschland eine rote Linie überschreiten“, sagte Cavusoglu am Rande eines Besuchs in Polen. „Es gibt keine Notwendigkeit für populistische Anmerkungen vor Wahlen“, erklärte er mit Blick auf die Bundestagswahl in vier Wochen. „Wahlen kommen und gehen, aber Freundschaften bleiben. Wir warnen, vorsichtig zu sein.“

Gabriel hatte in einem Video-Interview der „Bild“-Zeitung zu Türkei-Urlauben erklärt: „Man muss sich das sehr überlegen.“ So sei es möglich, dass jemand seit Jahren in der Türkei im selben Hotel Urlaub mache und sich mit dem Hotelier angefreundet habe. Wenn der Hotelbesitzer nun in den Verdacht gerate, ein Anhänger der Gülen-Bewegung zu sein, könne dies Probleme geben. „Auf einmal kann es sein, dass auch der deutsche Gast ins Visier kommt“, sagte der Außenminister. Für die türkische Regierung sei „jeder ein Terrorist“, der irgendwie im Verdacht stehe, der Gülen-Bewegung nahezustehen. Die Führung in Ankara macht den in den USA lebenden Prediger Fetullah Gülen verantwortlich für den Putschversuch im Juli 2016. Gülen weist das zurück.

Weiterlesen auf businessinsider.de