Außenhandelschef warnt vor unvorhersehbaren Folgen eines Handelskrieges

Außenhandelsverband nennt Trumps Handelspolitik "erschreckend"

Der Präsident des Außenhandelsverbandes (BGA), Holger Bingmann, hat vor unvorhersehbaren Folgen eines Handelskrieges gewarnt. Angesichts der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, möglicherweise auch europäische Autobauer mit Strafzöllen zu belegen, sagte Bingmann der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe), das Vorgehen Trumps in der Handelspolitik sei "erschreckend".

Für die EU werde es "sehr schwierig", angemessen auf derartige "Eskapaden" zu reagieren. "Der jetzt drohende Handelskrieg ist sehr riskant, da niemand weiß, wie zum Beispiel China reagiert", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen. Ihm sei "völlig unklar, was Trump mit dieser Linie", die auch innerhalb der Republikaner umstritten sei, bezwecke.

Trump scheine "bei Wirtschaftsfragen noch ahnungsloser als gedacht", kritisierte Bingmann. "Oder er ist einfach skrupellos, Arbeitsplätze in den USA und andernorts für seinen Schaukampf zu gefährden." Dies sei "bitter für langjährige Partner der USA wie Deutschland", sagte Bingmann der "Bild". Viel hänge in der jetzigen Situation von China ab.

In der vergangenen Woche hatte Trump angekündigt, bei Stahl-Importen einen Strafzoll von 25 Prozent und bei Aluminium von zehn Prozent zu verlangen. Am Wochenende legte er mit Drohungen gegen europäische Autobauer nach und erklärte, er könne deren Produkte mit einer Sonderabgabe belegen, falls die EU Strafzölle auf US-Produkte erhebe. Trump will mit den Strafzöllen die US-Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz schützen und neue Jobs schaffen.