Außenamt prüft Berichte über angebliche Schwarzgeldkasse an Pariser Botschaft

Die Bundesregierung prüft Berichte über eine angebliche Schwarzgeldkasse an der deutschen Botschaft in Paris. Die Behörden gingen den Vorwürfen nach, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Die Vorwürfe seien im Zusammenhang mit einer personalrechtlichen Auseinandersetzung zwischen der Botschaft und zwei ehemaligen Mitarbeitern erhoben worden.

Der Anwalt der beiden ehemaligen Botschaftsangestellten - ein Hausmeister und ein Oberkellner in der Botschafterresidenz - sprach gegenüber AFP von einem "System nicht deklarierter Barzahlungen", das im Jahr 2007 "mit Zustimmung des deutschen Außenministeriums" eingerichtet worden sei.

Laut der Zeitung "Le Monde" erhielten Mitarbeiter der Pariser Botschaft neben ihrem Gehalt Barzahlungen, teilweise dank eines Systems von Scheinrechnungen im Zusammenhang mit Firmenveranstaltungen in den Räumen der Botschafterresidenz. "Le Monde" bezifferte die auf diese Weise ausgezahlten Summen auf mehrere hunderttausend Euro seit 2007.

Laut Anwalt Antoine Gillot wurde der Hausmeister im Herbst 2015 entlassen. Damals habe die scheidende Botschafterin eine Restsumme aus der schwarzen Kasse zwischen dem Koch und dem Hausmeister der Residenz aufteilen wollen. Als der Hausmeister eine gerechte Aufteilung unter allen Mitarbeitern vorgeschlagen habe, seien plötzlich zahlreiche ungerechtfertigte Vorwürfe gegen ihn erhoben worden.

Der Oberkellner sei wenige Monate später entlassen worden, nachdem er eine Unterschriftensammlung zur Unterstützung des gefeuerten Hausmeisters gestartet habe.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner forderte eine gründliche und eindeutige Aufklärung der Vorwürfe. Geklärt werden müsse auch, ob es ähnliche Vorfälle in anderen Ländern gebe, erklärte sie in Berlin.