Neue Details zum Attentäter von Texas: Kelley soll lebende Tiere als Zielscheibe benutzt haben

In dieser Baptistenkirche in Sutherland Springs kamen bei einem Massaker mindestens 26 Menschen ums Leben. (Bild: AP Photo)

Fünf Tage nach der Horror-Tat in einer texanischen Dorfkirche kommen Details über das Vorleben des Attentäters ans Licht. So soll Devin Patrick Kelley bei seinem Schießtraining Hunde als lebende Zielscheiben verwendet haben.

Dies berichtete eine ehemalige Arbeitskollegin des Todesschützen dem Sender CNN. Jessika Edwards arbeitete von 2010 bis 2012 mit Kelley auf der Holloman Airforce Base im US-Bundesstaat New Mexico zusammen.

Gestanden hat Kelley ihr dies über Nachrichten auf Facebook im Jahr 2014, als die beiden Ex-Arbeitskollegen wieder privat Kontakt aufnahmen. Dabei soll Kelley auch erwähnt haben, woher er die Tiere bezieht: Über die Internet-Anzeigenplattform „Craigslist“. Edwards ist sich zwar nicht sicher, ob Kelley damals die Wahrheit sagte, doch war es für sie Grund genug, den Kontakt daraufhin wieder abzubrechen.

Devin Kelley, der Schütze von Texas, hatte eine dunkle Vergangenheit. (Bild: dpa)

Zudem berichtete sie, dass Kelley eine morbide Faszination für Massenschießereien und Massaker gezeigt habe: „Er hat immer Witze gemacht, jemanden umzubringen. Wir haben dann gesagt: ‚Moment mal, das ist nicht witzig.‘“ Edwards habe ihre Vorgesetzten sogar einmal vor Kelley gewarnt, als dieser wegen schlechter Arbeit gemaßregelt wurde. Daraufhin sagte sie ihren Chefs: „Nehmt euch zurück, der schießt uns hier sonst über den Haufen.“

Auch erzählte ihr Kelley von seiner Bewunderung für Dylann Roof, der im Juni 2015 in einer Kirche im Bundesstaat South Carolina neun Afroamerikaner während einer Bibelstunde erschoss. „Er sagte: ‚Ist das nicht cool? Hast du die Nachrichten verfolgt?‘“ Er habe ihr gestanden, dass er selbst gerne die Nerven hätte, so etwas zu tun, er aber lediglich imstande sei, Tiere zu töten.

Kelley, der sich bei seinem Attentat in der Kirche von Sutherland Springs am Ende selbst das Leben nahm, sei laut Edwards allgemein ein schwieriger Charakter gewesen. „Er geriet ständig in Schwierigkeiten.“ Einmal drohte er sogar damit, sich am Arbeitsplatz umzubringen, könne er nicht sofort einen Geistlichen sehen. Man habe damals alles Erdenkliche für sein Wohlergehen getan, erinnert sich Edwards. Man habe ihm regelmäßige Besuche bei einem Geistlichen ermöglicht und ihn zum Betriebsarzt geschickt.

Der 26-jährige Kelley hat am 5. November in einer Baptistenkirche in Sutherland Springs mindestens 26 Menschen getötet und 20 weitere Personen verletzt. 2012 soll er während einer Behandlung in einer psychiatrischen Klinik ausgebrochen sein. Er ist Medienberichten zufolge des Öfteren mit Waffen zur Arbeit erschienen und wurde, nachdem er seine damalige Ehefrau und seinen Stiefsohn verprügelte, zu zwölf Monaten Haft verurteilt.