Attentat in Las Vegas: Aktien von Schusswaffen nach Tragödie gestiegen

(REUTERS/Jim Young/File Photo)

Nach einer der tödlichsten Schießereien in Amerika, bei der zumindest 59 Menschen in Las Vegas getötet wurden, sind die Aktienkurse von Waffenherstellern in die Höhe geschnellt.

Wie BBC News berichtete, stiegen die Aktien von Schusswaffen nach dem Vorfall, weil die Anleger erwarteten, die Leute würden aus Angst vor einer baldigen Verschärfung des Schusswaffengesetzes vermehrt Schusswaffen kaufen.

Der Aktienkurs des Waffenherstellers Sturm Ruger stieg am Dienstag in den USA um 3,5 Prozent, während American Outdoor Brands, die hinter Smith & Wesson stehen, um 3,2 Prozent stiegen. Munitionshersteller Vista Outdoors legte mehr als zwei Prozent zu.

Im Gespräch mit BBC sagte Mark Zandi, Chefökonom bei Moody’s Analytics, die Erfahrung habe gezeigt: Aktien von „Schusswaffenherstellern steigen nach einer Schießerei wie in Las Vegas, da die Anleger glauben, es werde einen Ansturm auf Waffengeschäfte geben, bevor die neuen Schusswaffenkontrollgesetze in Kraft treten.“

Der Aktienkurs von Sturm Ruger stieg nach dem Attentat um 3,5 %. (Yahoo Finance UK)

Stephen Craig Paddock tötete 59 Menschen und verletzte 527 andere, die das Route 91 Harvest Festival besuchten, bevor er sich selbst in jenem Raum im 32. Stockwerk des Mandalay Bay Hotel and Casino, von dem aus er seine Opfer erschoss, umbrachte.

Laut CNBC stiegen Schusswaffenaktien nach ähnlichen Schießereien ebenfalls tendenziell an.

Gunshots were heard during a concert in Las Vegas.

Einen Monat nach Massenschießereien in den USA legten Aktien von Sturm Ruger im Schnitt beinahe um 2,9 Prozent zu und American Outdoor Brands stieg beinahe um 5,4 Prozent – das zeigt eine Analyse, die sich auf Kensho stützt, ein quantitatives Analyse-Tool, das von Hedgefonds genutzt wird. Die Studie untersuchte 32 Vorfälle seit dem Attentat an der Columbine High School, das im April 1999 in Colorado stattfand.

Paul Christopher, Leiter der globalen Marktstrategie am Wells Fargo Investment Institute, erzählte BBC, die Schusswaffenverkäufe seien nach dem Attentat am 11. September, den Präsidentschaftswahlen 2008 und 2012 und nach dem Terrorangriff in San Bernardino, Kalifornien, im Dezember 2015 in die Höhe geschnellt.

Die Schießerei in Las Vegas heizte in den USA erneut die Diskussion um das Schusswaffengesetz an, wobei viele eine strengere Kontrolle verlangen. Das Weiße Haus schmetterte am Montag allerdings Pressefragen ab, als Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders den Medien mitteilte: „Es wird mit Sicherheit die Zeit kommen, um diese Diskussion zu führen, aber im Moment ist sie noch nicht gekommen.“

Hannah Uttley