Attentat vom Breitscheidplatz: Neue Vorwürfe im Fall Amri gegen Berliner LKA-Chef

Anis Amri

Bei der Untersuchung des Verdachts der Aktenmanipulation im Fall des Attentäters Anis Amri könnte nun auch der Leiter des Landeskriminalamtes (LKA), Christian Steiof, stärker in den Fokus rücken. Denn nach Informationen der Berliner Morgenpost spielte er bei dem Vorgang eine größere Rolle als bisher angenommen. Die FDP übt zudem heftige Kritik an der Informationspolitik von Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Konkret geht es bei dem Vorgang um eine sogenannte "Führungsinformation", mit der die Polizei die Innenverwaltung wenige Tage nach dem Anschlag vom Breitscheidplatz am 19. Dezember vergangenen Jahres über ihre Erkenntnisse zu Amri informierte. In diesem offiziellen LKA-Vermerk hieß es, Amri sei als "Kleindealer" aufgefallen. Tatsächlich aber war eine mit dem Fall Amri betraute LKA-Beamtin bereits am 1. November 2016 in einem Bericht zum Ergebnis gekommen, Amri betreibe den Drogenhandel gewerbs- und bandenmäßig. Dies hätte womöglich ausgereicht, um Amri in Untersuchungshaft zu nehmen. Der Bericht der Beamtin wurde aber aus noch ungeklärten Gründen nie der Staatsanwaltschaft zugeleitet. Um dieses folgenschwere Versäumnis zu kaschieren, so der Verdacht, verfasste ein Sachbearbeiter am 17. Januar 2017 einen Bericht, in dem Amris Drogengeschäfte nachträglich bagatellisiert wurden.

Vorwurf: Geisel soll Steiofs Rolle verschwiegen haben

Die mutmaßliche Manipulation war im Mai dieses Jahres vom Sonderermittler des Senats, Bruno Jost, entdeckt worden. Bereits vor rund zwei Monaten hat...

Lesen Sie hier weiter!